Nach lokalo-Bericht: Große Hilfsbereitschaft und „Schweigen“ der zuständigen Behörden

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Blick auf Haus mit kleinem Metalltor und Blumen davor und Fußweg.

Bildquelle: Leserreporter

GEROLSTEIN. Am Montag berichtete lokalo.de über den unglaublichen Fall einer 78-jährigen Frau aus Gerolstein. Die alte Frau, scheinbar von Behörden und Ämtern im Stich gelassen, entging nur durch das beherzte Eingreifen weniger Nachbarn und dem Verständnis eines Räumungsdienstes, einer Räumung ihrer Wohnung gegen ihren Willen.

Die Veröffentlichung der katastrophalen und unzulänglichen Umgangsweisen von Seiten der zuständigen Behörden, führte weit über die Region hinaus zu Empörung und Kritik aber auch zu einer ganz besonderen Hilfsbereitschaft nicht nur der Menschen aus Gerolstein.

„Die Resonanz auf den Artikel und die angebotene Hilfsbereitschaft der Menschen ist überwältigend“, erzählt uns eine engagierte Nachbarin der alten Frau. Entsetzt über den Umgang und dem Schicksal der 78-Jährigen, erklärte sich ein Lebensmittelgeschäft in Gerolstein bereit, jede Woche ein Paket mit Lebensmitteln kostenfrei für die Frau bereitzustellen – eine tolle Geste. Ebenfalls wird der Frau, von einem in Gerolstein ansässigen Unternehmen, nun einmal in der Woche eine Kiste Mineralwasser zur Verfügung gestellt.

Aber nicht nur in Gerolstein selber ist die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft groß. Zwei Frauen aus der Region Bernkastel-Wittlich sprachen sich via Facebook mit einer Nachbarin ab und besuchten diese am gestrigen Dienstag. Trotz geringer eigener Mittel, übergaben Sie der Dame einige Dinge wie Wasser und Obst. Die sonst schüchterne alte Frau zeigte sich von der angebotenen Hilfe sehr dankbar und mehr als gerührt.

„Was wir bisher erreichen konnten ist wirklich toll, aber die Dame benötigt weitere Hilfe. So sind wir vor allem auf der Suche nach Handwerkern, welche beispielsweise dabei helfen, die nicht funktionierende Toilette der Dame oder den kaputten Herd zu reparieren“, berichtet uns die Nachbarin.

Innerhalb kürzester Zeit und Dank der tollen Resonanz aus der Bevölkerung konnte schon umgehend Hilfe geleistet werden. Es stellt sich die Frage, warum die zuständigen Mitarbeiter des Amtes in den letzten Jahren nicht ähnliches erreichen konnten.
„Schweigen“ der zuständigen Behörden ist der Fall.

Im Bürgermeister-Wahlkampf vor zwei Jahren betonte der jetzige Bürgermeister Bongartz, sich persönlich um das Schicksal der Frau zu bemühen – Ein Versprechen was in Frage gestellt werden kann, denn passiert ist seit dem wenig. Im Gegenteil, der Frau sollte entgegen ihrem Willen die Wohnung von einem Räumungsunternehmen entleert werden.

Auch die Arbeit der zuständigen Verwaltungsmitarbeiter darf kritisch hinterfragt werden. Ein zuständiger Betreuer der gegen den Willen der Frau einen mündlichen Auftrag zur „Räumung“ erteilt hatte, muss sich entsprechender Kritik stellen. Wie uns Menschen aus der Region berichteten, sei dieser Umgang im Zuständigkeitsbereich des Betreuers anscheinend kein Einzelfall.

Weiterhin ungeklärt scheint die genaue Verantwortlichkeit. Das Entsetzen der Bevölkerung und die Forderung nach personellen Konsequenzen in Gerolstein werden hingegen immer größer.

Trotz der aktuellen Notlage war Bürgermeister Bongartz bisher nicht zu einer Stellungnahme bereit. Eine Anfrage zur Stellungnahme und der Beantwortung „relevanter“ Fragen zu diesem Fall, blieb bis heute (14. September) unbeantwortet.


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