Tourismus Köln rückläufig – Kreative Lösungen gefordert

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Bildquelle: pixabay

KÖLN. Neben den Terroranschlägen, die sich in Europa häufen, haben die Übergriffe auf zahlreiche Frauen in der Silvesternacht zu rückläufigen Tourismuszahlen in Köln beigetragen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kamen im ersten Halbjahr 2016 über 72.400 Touristen weniger in die kreisfreie Stadt, was einem Rückgang von 4,4 Prozent entspricht. Noch deutlicher fallen die Zahlen hinsichtlich ausländischer Gäste aus: Um 6,7 Prozent gingen die Besucherzahlen zurück. Kampagnen wie „#urbanCGN – cologne urban lifestyle“ und Großveranstaltungen sollen der Metropole zu neuer Attraktivität verhelfen.

Sexuelle Übergriffe, Terror in Paris und Brüssel: Die Fakten sprechen zunächst gegen einen Besuch in der Großstadt Köln. Nach vielen Jahren, die von rekordverdächtigen Besucherzahlen geprägt waren, leidet der hiesige Tourismus erstmals unter deutlichen Einbußen. Das Image hat gelitten. Hinzu kommt, dass viele Befürworter von Städtetrips ihre Pläne aufgrund der terroristischen Vorfälle vorerst auf Eis gelegt haben. Die negative Entwicklung ist zudem darauf zurückzuführen, dass 2016 weniger Messen im Veranstaltungskalender zu finden sind und die Hotels somit weniger ausgelastet sind, als gewohnt.  Auch der merkbare Mangel an Luxushotels wirkt sich negativ aus. Im Vergleich zu anderen Metropolen Deutschlands sind die Hotelkapazitäten in Köln durchaus ausbaufähig. Mit dem ersten Steigenberger Hotel am Habsburgerring ist der Anfang gemacht. 23 Millionen Euro flossen in die Renovierung des kürzlich eröffneten Luxushotels mit Preisen zwischen 120 und 600 Euro pro Nacht. Hotelchef Puneet Chhatwal zeigt sich begeistert vom Standort und begrüßt die zahlreichen Bars und Restaurants, die sich am Rudolfplatz in den letzten Jahren angesiedelt haben. Weitere Steigenberger Hotels sollen laut Chhatwal folgen. Ankündigungen, die den Köln-Tourismus begrüßt.

Urbanes Lebensgefühl und Nachhaltigkeit im Fokus

Nicht nur die großen Hotelketten wie Radisson Blu haben das Potenzial der Stadt erkannt. Die Vielzahl an individuellen Unterkünften, wie das vom regionalen Begleitservice im City-Guide empfohlene Hotel im Wasserturm, profitiert längst von den außergewöhnlichen Locations der Stadt. Im genannten Beispiel lockt der denkmalgeschützte Wasserturm viele neugierige Besucher in die Kölner Hotellerie. Charakteristisches Mauerwerk, atemberaubende Panoramen und eine exklusive Ausstattung gewährleisten den Betreibern eine hohe Auslastung. Weniger bekannte, aber dafür umso interessantere Design-Hotels und kreativ gestaltete Unterkünfte aus der Mittelklasse erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, weil der Urban Trend auch in Köln angekommen ist. Immer mehr Touristen wollen die lokale Szenerie von Städten erkunden und nicht nur die typischen Tourismus-Stationen abklappern. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger online berichtete, fokussiert der Köln-Tourismus aufgrund dieser urbanen Bewegung das Thema „#urbanCGN – cologne urban lifestyle“. Im Rahmen der Kampagne geht es in erster Linie darum das urbane Lebensgefühl der Stadt zu transportieren und sowohl für Kölner als auch Touristen greifbar zu machen. Spezielle Öffentliche Stadtführungen wurden hierfür konzipiert. Das folgende Video vermittelt einen Eindruck zur Kampagne:

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Wettbewerbsvorteile können sich Kölner Betriebe derzeit mit verstärkter Werbung für nachhaltigen Tourismus verschaffen. Die Zahl der Gäste, die nachhaltiges Reisen bevorzugt, nimmt kontinuierlich zu. Beim nachhaltigen Tourismus wird nicht nur auf den Einsatz von regionalen Produkten geachtet, sondern gleichzeitig die Übernahme von sozialer Verantwortung hinterfragt und lokaler Umweltschutz gefordert. Egal ob Hotels oder Restaurants, Shops oder Ausflugsangebote: Betriebe mit nachhaltiger Ausrichtung dürfen sich auf eine steigende Angebotsnachfrage einstellen.

Top-Events als Publikumsmagnet

Bevor Hotels ausgebucht sein können, müssen Touristen erst in die NRW-Großstadt gelockt werden. Top-Events, wie das Kölner Oktoberfest am Südstadion sollen für volle Unterkünfte sorgen. Zwischen 16. September und 2. Oktober 2016 rechnen die Veranstalter der zwölften Wiesngaudi mit rund 20.000 Gästen pro Tag. Stars wie Costa & Lucas Cordalis, Patrick Lindner und Feuerherz gelten als Publikumsmagnet. Zu den lokalen Highlights zählen die Kölschrocker Brings. Darüber hinaus hofft die Stadt bei Deutschlands größer Halloween-Party am 31. Oktober 2016 auf ausverkaufte Tickets. Zu den Top-Acts zählt Martin Solveig. Der erfolgreiche DJ aus Frankreich gehört zu den besten der Welt. Gegenüber dem offiziellen Stadtportal verrät Björn Lindert, Mit-Organisator des Events:  „Es war unglaublich schwierig, Solveig am 31. Dezember 2016 nach Köln zu bekommen… ungefähr so, als wolle man Brings an Weiberfastnacht für ein privates Wohnzimmerkonzert buchen.“

4 KOMMENTARE

  1. Da waren wir vor ein paar Jahren auch immer gerne hingefahren mit der Bahn durch die Eifel, in der Innenstadt übernachtet. Nie mehr wieder, das ist ja eine furchtbare Stadt geworden, und die Äußerung, kein Bier für Rechte, finde ich nicht ok. Die Wirte sollen sich aus der Politik raushalten, sonst erleiden sie Schiffbruch, wie in Regensburg.

  2. Probleme mit den Übernachtungszahlen…?
    Da gibt es doch nur eine Möglichkeit: schnell die „Bettensteuer“ (in Köln: „CityTax“) erhöhen!
    Soll ja andernorts dem Tourismus auch zuträglich sein 🙂

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