Skandal: WhatsApp gibt jetzt alle deine Telefonnummern und mehr an Facebook weiter

7

TRIER. Der Messenger WhatsApp hat verkündet, dass er von nun an Daten an Facebook weitergibt. Zu diesen gehören die Telefonnummer und Daten, wann und wie oft ein Nutzer den Messenger nutzt. Mit diesen Daten kann Facebook seine Nutzer noch detailfreudiger analysieren.

Im PR-Sprech des Unternehmens liest sich die Änderung so:

Durch die Zusammenarbeit mit Facebook haben wir mehr Möglichkeiten, z. B. können wir grundlegende Kennzahlen über die Häufigkeit, mit der Benutzer unsere Dienste verwenden, verfolgen, und besser gegen Spam auf WhatsApp vorgehen. Indem deine Telefonnummer mit den Facebook-Systemen verbunden wird, kann Facebook dir besser Freunde vorschlagen und dir passendere Werbung anzeigen, falls du einen Account dort haben solltest. Du könntest z. B. Werbung von einem Unternehmen sehen, mit dem du bereits in Kontakt standst, anstatt eines vorgeschlagen zu bekommen, von dem du noch nie gehört hast.

WhatsApp war 2014 von Facebook gekauft worden und hat etwa eine Milliarde Nutzer. Das Unternehmen hatte zuletzt geräteübergreifend eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgerollt. Mit dem angekündigten Datenaustausch mit Facebook entfernt sich WhatsApp nun wieder von der datenschutzfreundlichen Linie, auch wenn die Verschlüsselung unangetastet bleibt. Bisherige Nutzer des Dienstes können allerdings teilweise dem Datenaustausch widersprechen.

Facebook bekommt Handynummern – so oder so

Das bedeutet, dass Facebook jetzt auf die Handynummern der WhatsApp-Nutzer zugreifen kann – auch wenn die Nutzer ihre Nummern nicht bei Facebook angegeben haben. Das soll natürlich nur Vorteile haben und vor allem den Schutz vor Spam und Datenmissbrauch sowie „Facebook-Werbung und Produkterlebnisse zu verbessern“.

WhatsApp verspricht: Keiner kann mitlesen

WhatsApp verspricht, dass trotz der engeren Zusammenarbeit mit Facebook alle Inhalte, die Nutzer über WhatsApp teilen (Nachrichten, Fotos, etc.), nicht auf Facebook veröffentlicht werden.

Wir finden alleine diesen Satz, eine ungeheure Frechheit! Sollen wir froh sein, dass unser Chat von gestern Nacht nicht bei Facebook gepostet wird?? Danke, das ist aber nett von WhatsApp, dass sie unsere intimsten Gespräche nicht gleich als Posting bei Facebook an die Pinwände haftet.

Da fehlen einem die Worte! Dass die Behörden alles mitlesen und alles wissen – daran hat man sich ja quasi schon gewöhnt. Das jetzt allerdings jeder mit unseren Telefonlisten und intimsten Worten hausieren geht – das halten wir dann doch aber doch für mehr als sehr bedenklich!

7 KOMMENTARE

  1. Vernünftige Alternativen gibt es genug, mit und ohne Verschlüsselung, kostenpflichtig und kostenlos. Das Hauptproblem, das eben fast jeder Whats App nutzt und kaum jemand umsteigen will. „Weil es ja alle haben“.

    • Ja, leider! Ich werde auch ständig gefragt bzw. versucht zu überreden, doch endlich Whatsapp zu installieren. Ich hab der ganzen Familie bereits gesagt, dass ich nen Teufel tue und Alternativen vorgeschlagen, aber wie schon erwähnt – es hat ja jeder…
      Dann ist man auch selbst schuld!

  2. Habe mein Facebook gekündigt, als sich Fratzenbuch mit Impuls-Anarchist Heiko Eichmaas und seiner Amadeu-Honecker-Stiftung eingelassen hat. Fratzenbuch ist ein ScheiB-Kommunikationsmittel, welches so niemand braucht.

    Fratzebuch besitzt ja auch die Oculus Rift. Vermutlich wollen die Stasi-Typen uns künftig mit der Oculus observieren…

  3. Mir erschließt sich auch beim Whatsapp-Messenger nicht, warum eine Kommunikations-App analysieren soll, welche anderen Anwendungen ich so auf meinem Handy laufen habe.
    Aber ich hab ohnehin den Eindruck, dass ich zu den Wenigen gehöre, die sich überhaupt die Berechtigungsdetails anschauen, bevor sie etwas installieren… Wenn etwas unstimmig ist und Berechtigungen verlangt werden, die mit der eigentlichen Funktion gar nichts zu tun haben, ist doch offensichtlich, dass die Anwendung nur Mittel zum Zweck ist…

  4. Wo ist das Problem oder das Neue? Ich versteh eure Aufregung nicht.

    Whatsapp ist eben nicht kostenlos, noch nie gewesen, sondern wird anderweitig finanziert, ist doch logisch und das Normalste der Welt.

    Und wer das Problem umgehen will, verwendet eben Facebook nicht auf dem Smartphone (die App braucht man ohnehin nicht).

Schreibe einen Kommentar zu Dumbo Antwort abbrechen

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.