Gemeinsame Verantwortung für die Menschen

0

Bildquelle: Bistum Trier

WIESBADEN/LIMBURG/TRIER. Dr. Georg Bätzing, der ernannte Bischof von Limburg, hat am Mittwoch, 24. August, in der Staatskanzlei in Wiesbaden den Eid auf die Verfassung abgelegt. Vor dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer versprach er, Deutschland und den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz Treue. Er schwor und versprach, die Regierungen zu achten und Sorge dafür zu tragen, dass das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens durch die Ausübung seines geistlichen Amtes keinen Schaden nehmen. Der Treueeid der katholischen Bischöfe geht zurück auf das Reichskonkordat von 1933.

Der ernannte Bischof sicherte den beiden Ministerpräsidenten der beiden Länder seine Unterstützung und Zusammenarbeit bei gesellschaftlichen Herausforderungen zu. „Unser Weg in Deutschland, eine konstruktive Kooperation von Staat und Kirche vorzusehen, hat sich in der Vergangenheit bewährt und bewährt sich aktuell in besonderer sichtbarer Weise. Wir haben in den hinter uns liegenden Monaten dankbar erlebt, dass mit vereinten Kräften und in einem planvollen Miteinander die Aufnahme so vieler Menschen, die bei uns Schutz und Sicherheit suchen, realisiert werden konnte. Auch in der gesellschaftlichen Aufgabe der Integration, die noch vor uns liegt, werden wir uns als Bistum engagieren“, sagte Bätzing. Als neuer Bischof wolle er die Katholiken des Bistums in Hessen und Rheinland-Pfalz ermutigen, ein öffentliches Zeugnis für den christlichen Glauben zu geben. „Unsere Gesellschaft soll sich nicht vor Religion und Glauben fürchten, sondern aus deren Ressourcen schöpfen“, sagte Bätzing mit Blick auf die wachsende Skepsis und Infragestellung des Religiösen durch Gewalt und Terror.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hob bei dem gleichzeitigen Antrittsbesuch Bätzings den Beitrag der Kirchen für das gesellschaftliche Miteinander hervor. „Der Kirche kommt als sozialer Dienstleister, als Sinnstifter und als Reservoir unserer Kultur nach wie vor erhebliche Bedeutung zu. Die Prägekraft des Christentums ist unser kulturelles Erbe und Teil unserer Identität, es zu bewahren und zu pflegen ist unsere gemeinsame Verantwortung. Das kooperative Miteinander von Staat und Kirche im modernen Verfassungsstaat hat sich dabei bewährt“, sagte Volker Bouffier. „Ich freue mich, dass die Übergangsphase nun beendet ist und das Bistum Limburg nach einem schwierigen Prozess der Aufarbeitung mit Dr. Bätzing einen neuen Bischof erhält. Er wird dem Bistum helfen, Vertrauen in das Amt und die Kirche zurück zu gewinnen“, so der Hessische Ministerpräsident. Volker Bouffier sprach dem ernannten Bischof die besten Wünsche der Bürgerinnen und Bürger des Landes und der Hessischen Landesregierung aus und wünschte ihm ein segensreiches Wirken.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer überbrachte die besten Wünsche aus Rheinland-Pfalz und betonte die besondere Bedeutung eines partnerschaftlichen Verhältnisses von Staat und Kirche. „Uns verbindet die Verantwortung für die Menschen, der wir verpflichtet sind. Unseren jeweiligen Aufgaben können wir am besten gerecht werden, wenn wir aufeinander zugehen und ein gutes Miteinander pflegen. In diesem Sinne haben sich in Rheinland-Pfalz die Beziehungen zwischen Staat und Kirche in vielen Jahrzehnten positiv und freundschaftlich entwickelt. Den neuen Bischof von Limburg kennen und schätzen wir durch seine vielfältige Arbeit im Bistum Trier, zuletzt seit 2012 als Generalvikar. Dr. Georg Bätzing bringt mit seinen pastoralen Erfahrungen und menschlichen Qualitäten beste Voraussetzungen mit, um gemeinsam mit den Katholiken und Katholikinnen das Bistum Limburg in eine gute Zukunft zu führen. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit und wünsche Gottes reichen Segen für diese verantwortungsvolle Aufgabe“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin.

Der künftige Bischof leistet demnach folgenden Treueschwur: „Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, Deutschland und den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildeten Regierungen zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.