Sozialpraktikum – Schüler begleiten Alte und Kranke nach Lourdes

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BITBURG. „Ich möchte die Magie von Lourdes spüren“, sagt Michèle Weber aus Burbach. Sie ist 15. Nicht nur für Alte und Kranke hat der französische Wallfahrtsort mit der Heilkraft der Quelle eine besondere Faszination. Zehn Schülerinnen und Schüler der Sankt-Matthias-Schule Bitburg fahren vom 31. August bis 7. September mit rund 400 Pilgerinnen und Pilgern der Trierer Bistumswallfahrt für Gesunde und Kranke nach Lourdes. 16 Kranke sind dabei. Um die werden sich die Jugendlichen kümmern. Die Pilgerreise ist für sie ein Sozialpraktikum. „Ich will unbedingt anderen Menschen helfen“, sagt die 15-jährige Gina-Marie Rudolph.

Begleitet werden die Zehntklässler von ihrem Religionslehrer Philipp Gemmel und Lehrerin Bernadette Esch. Intensiv haben sie sich auf die Pilgerreise vorbereitet, mit Filmen, Fakten und Erlebnisberichten über Lourdes und die Heilige Bernadette. Auch der respektvolle Umgang mit alten und kranken Menschen war ein wichtiges Thema. „Damit die Schüler wissen, was auf sie zukommt und keine Berührungsängste haben“, sagt Gemmel. Denn neben dem Ministrantendienst helfen die Jugendlichen auch beim Transport der Rollstuhlfahrer, reichen Getränke an, gehen mit zur Toilette. Auch ein Nachtdienst, zusammen mit einer Krankenschwester, ist für jeden vorgesehen. „Wir als katholische Schule möchten die christlichen Werte vorleben, gerade im Jahr der Barmherzigkeit“, sagt Gemmel. Es gehe um die Erfahrung, für andere da zu sein.

Lukas Berg aus Eßlingen kennt diese Erfahrung. Der 15-Jährige kümmert sich manchmal um seine Oma, die im Rollstuhl sitzt. Das mache er gerne, aber es sei auch nicht immer so einfach. Auch Michèle geht manchmal mit ihrer Großmutter ins Altenheim und packt dort mit an. „Da habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht und es war sehr lehrreich“, sagt sie. Deswegen habe sie auch keine Angst, sondern freue sich vielmehr auf die Fahrt. Es war auch ihre Oma, die ihr Lourdes „schmackhaft“ gemacht hat. Schon ihre Ur-Uroma sei an diesem „magischen Ort“ gewesen. Für ihre Schulkameradin Gina-Marie hat die Pilgerreise eine große Bedeutung für ihre berufliche Zukunft. „Ich möchte gerne nach der Schule etwas Soziales lernen – vielleicht mit Behinderten“, sagt sie. Deswegen sei das Angebot der Schule eine gute Möglichkeit für sie, sich auszuprobieren. „Man braucht Kraft, muss mit den Menschen klarkommen – das ist schon eine kleine Herausforderung.“

Das Interesse an der Fahrt war im Vorfeld sehr groß. Von den 20 Schülerinnen und Schülern der Klasse wollten 15 mit, nur 10 Plätze waren zu vergeben, sodass das Los entscheiden musste. Die übrigen zehn Jugendlichen machen ihr Sozialpraktikum in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Altenheimen oder anderen sozialen Betrieben. „Es ist wichtig, dass wir die Werke der Barmherzigkeit hervorheben und für Alte, Kranke und Behinderte da sind und generell auch für andere Menschen“, sagt Gemmel. Für ihn ist die Zeit auch eine Art Sozialpraktikum, wenn er selbst mitanpackt. Er ist bereits zum dritten Mal dabei und weiß: „Die kranken und behinderten Pilger wären ohne die Unterstützung gar nicht in der Lage, mitzufahren. Sie blühen dort auf und freuen sich, dass junge Menschen bei ihnen sind.“

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