Vater bringt geständigen 11-jährigen Sohn zur Polizei

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Symbolbild.

Bildquelle: lokalo

KAISERSLAUTERN. Eine nicht alltägliche Begegnung hatte die Polizei in der Kaiserslauterner Gaustraße am Mittwochabend, als ein Vater seinen 11 Jahre alten Sprössling zur Dienststelle brachte, damit er ein Geständnis ablegen konnte.

Die Vorgeschichte: Gegen 18.15 Uhr hatte ein Zeuge im Volkspark Kaiserslautern drei Jugendliche bzw. Kinder beobachtet, die im hinteren Bereich einen Schuppen mit Farbe besprüht haben und beim Erkennen flüchteten.

Bei der anschließenden Fahndung nach Tätern griff eine Streife den 11-Jährigen und einen 15 Jahre alten Jugendlichen auf. Beide gaben an, dass ein 14-jähriges Mädchen für die Schmierereien „ACAB“ („all Cops are Bastards“) verantwortlich sei.

Nach der Feststellung der Personalien konnten die beiden Jungen weitergehen. Bei der zweiten Begegnung mit der Polizei räumte der 11-Jährige im Beisein seines Vaters ein, dass er die Polizisten angelogen hatte.

Er hatte die Spraydosen gekauft und zusammen mit einem Freund und einer jungen Dame Graffitis gesprüht.

Nach Beendigung des intensiven Gesprächs zeigte der Vater noch den Diebstahl des Skateboards seines Sohnes an, das ein 16-jähriger Jugendlicher am vergangenen Samstag entwendet haben soll. Die Ermittlungen dauern an.

8 KOMMENTARE

    • Nicht super gemacht.
      Ich kenne viele solcher Eltern, die agieren, als wollten sie für ihre tolle Ficktrophäe die ganze Menschheit in Verantwortung und in Regress nehmen.
      1) Wenn der 11jährige mit wesentlich älteren Jugendlichen auf Sachbeschädigungs-Tour geht, war/ist die elterliche Erziehung mangelhaft.
      2) Der Vater beansprucht die Polizei für Erziehungsmaßnahmen, wo er selbst versagt hat.

      Bestätigt mal wieder, dass Merlin einer ist vom Typ Alttrierer, welche typischerweise am liebsten alle unterwegs bemerkten Falschparker (und überhaupt jeden Furz) an die Polizei melden würden.

      • Na, das würd ich so nicht sagen. Jeder hat als Kind schon Sachen gemacht, von denen die Eltern keine Ahnung hatten/haben. Gerade wenn es um Rebellion ging – ist ja auch völlig normal! Das hat meines Erachtens auch nichts mit mangelhafter Erziehung zu tun, sondern deutet vielmehr daraufhin, dass die Eltern dem Jungen auch die Freiheit gegeben haben, sich zu entfalten. Als er diese so ausgenutzt hat, musste er die Suppe selbst auslöffeln – da hat der Vater definitiv seiner elterlichen Pflichten erfüllt!
        Außerdem ging es besonders darum, dass der Bengel „ACAB“ an die Wand gesprüht hat und mal ehrlich – ich glaube nicht, dass sich der Junge in dem Alter ein Urteil, geschweige denn einen solchen verallgemeinernden Hass auf die Polizei erlauben kann. Ich denke eher, dass es eher eine Trittbrettposition war, weil sowas einfach „cool“ ist. Mit der Aktion des Vaters aber, wurde der Junge wieder in die richtige Spur gesetzt, zumal er ja auch gleichzeitig selbst eine Anzeige aufgeben und sein Sohn sehen konnte, dass die Polizei zur Hilfe da ist, und nicht um sie zu beleidigen!

        Bestätigt also nur, dass Sie den Gedanken nicht bis zum Ende verfolgt haben oder einfach weniger analytische Fähigkeiten an den Tag legen (die Sie möglicherweise auch gar nicht brauchen). Die Bezeichnung „Alttrierer“ hingegen nehme ich angesichts meiner Herkunft und Situation als Kompliment.

  1. Ein Kind ist keine „Ficktrophäe“ !!!
    Ich verbitte mir solch eine Ausdrucksweise im Namen aller, ihr Kind liebenden, Eltern.

  2. Es ist so, wie es immer schon war: Man darf sich halt nicht erwischen lassen.
    Wird man erwischt, folgt „die Strafe auf dem Fuß“. Früher gab es Prügel und Hausarrest,
    dann wurde ein Fernsehverbot verhängt, andere kassieren Handy und Playstation ein und
    wieder andere bringen ihr Kind direkt zur Polizei. Alles Maßnahmen, die eine bleibende
    Wirkung erzielen. Ich bin davon überzeugt, dass dieser junge Mann hier kuriert ist.
    Denn – peinlicher geht es wohl nicht mehr für ihn.

  3. Nicht zu vergessen dass viele Eltern ihren Kindern unreflektiert beistehen wenn sie etwas ausgefressen haben steif und fest zu behaupten dass sie es nicht gewesen sind, oder sich dafür überhaupt nicht interessieren.
    Das ist dann eher kontraproduktiv.
    Diese Aktion war in meinen Augen erzieherisch richtig .

    • Eben! Es gibt noch zuviele, die in den Momenten immer wieder beteuern „Mein Kind macht sowas nicht!“… Wie kann man so naiv sein? Jeder hat sich doch als Kind mal ausprobiert und irgendwas ausgefressen.

  4. Richtig so.
    Was bei aller Diskussion hier scheinbar keiner in Betracht zieht ist, dass durch solche Farbschmierer immense Kosten entstehen. Der Geschädigte wird ohnehin Strafanzeige gestellt haben, so dass die Sache schon bei der Polizei gewesen sein dürfte. Den Sohn nicht zu blamieren ist das eine, den Geschädigten auf dem finanziellen Schaden sitzen zu lassen das andere. Also musste hier der Weg zur Polizei gewählt werden, selbst wenn der Vater mit dem Jungen zum Geschädigten persönlich gegangen wäre hätte dieser der Polizei vom herausgefundenen Täter berichten müssen, damit diese ihre Ermittlungen einstellen kann.
    Somit wäre das Ergebnis das gleiche.

    Nebenbei bemerkt geht es hier nicht um den Namen oder ein Herzchen was man auf der Schultoilette an die Wand geschmiert hat und was man folglich als dummer Jungen Streich abtun könnte. Hier wurden alle Polizisten als Bastarde bezeichnet…

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