Zahl der Katholiken sinkt weiter

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Bildquelle: pixabay

TRIER. Der Rückgang der Zahl der Katholiken im Bistum Trier hat sich leicht abgebremst. Ende 2015 wohnten insgesamt 1.398.803 Katholiken mit Hauptwohnsitz im Bistum Trier. Dies sind 1,2 Prozent weniger als Ende 2014. Von 2013 auf 2014 betrug der Rückgang 1,3 Prozent. Diese Zahlen weist die kirchliche Statistik aus, die die Deutsche Bischofskonferenz am 15. Juli veröffentlicht hat. Ungefähr gleich geblieben ist mit 9.262 die Zahl der Taufen. Angesichts der negativen Entwicklung der Geburtszahlen sei dies ein „Lichtblick in einem Umfeld, das einen nicht froh machen kann“, wie der Trierer Generalvikar Dr. Georg Bätzing sagte. „Offensichtlich wünschen nach wie vor viele Eltern für ihre Kinder die Taufe, weil sie spüren, dass sie wertvoll ist für ein ganzes Leben.“

Bätzing erfüllen die aktuellen Zahlen nach eigenen Angaben mit Sorge. „Wenn sich in unserem Bistum die Zahl der Katholiken innerhalb von zehn Jahren um mehr als ein Zehntel verringert, dann ist das ein Befund, der mich nachdenklich stimmt.“ Er mache deutlich, dass die Zeit der Volkskirche zu Ende geht und dass die katholische Kirche aufgerufen ist, in neuer Weise auf die Menschen zuzugehen. „Die im Mai abgeschlossene Synode hat uns Hinweise gegeben, wie kirchliches Leben jenseits der volkskirchlichen Strukturen aussehen kann. Diese Beschlüsse werden nach und nach umgesetzt“, so Bätzing und nannte hier unter anderem die Perspektivwechsel der Synode: Vom Einzelnen her denken, Charismen vor Aufgaben, netzwerkartige Kooperationen und das synodale Prinzip.

Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung liegt nach den jüngsten Zahlen bei 57,4 Prozent. Vor zehn Jahren waren es noch 62,5 Prozent. Dies liegt unter anderem daran, dass seit Ende der siebziger Jahre mehr Mitglieder bestattet werden als durch Taufen hinzukommen. Außerdem treten mehr Menschen jährlich aus der Kirche aus als ein. Ein dritter Faktor sind allgemeine Bevölkerungsbewegungen durch Zu- und Abwanderungen.

Im Jahr 2015 wurden etwa 1000 Erstkommunionen weniger gezählt als im Jahr zuvor. Insgesamt betrug die Zahl der Erstkommunionen 9704. Von zehn getauften Kindern werden neun zur Erstkommunion geführt. Die Zahl der Firmungen ging von 9.836 auf 8.417 zurück. Die Zahl der Trauungen erreichte mit 2.376 den tiefsten Wert im Bistum überhaupt und lag noch tiefer als der historisch niedrige Wert von 2014: 2.414. Die Zahl der Bestattungen lag mit 18.050 höher als 2014 mit 17.335. Allerdings ist gegenüber dem Jahr 1987 mittlerweile ein Rückgang der Bestattungen um rund zehn Prozent zu verzeichnen.

Eine Übersicht der Eckdaten des kirchlichen Lebens in den deutschen Bistümern gibt es bei der Deutschen Bischofskonferenz unter www.dbk.de. Das Bistum Trier, zu dem die ehemaligen Regierungsbezirke Trier und Koblenz in Rheinland-Pfalz und der überwiegende Teil des Saarlands gehören, umfasst eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. 903 Pfarreien sind in 173 pastoralen Einheiten und 32 Dekanaten zusammengefasst. Weitere Informationen unter www.bistum-trier.de.

1 KOMMENTAR

  1. Was ist denn hier auch die Bereicherung? Wenn man nicht aufgrund eines Arbeitsplatzes im sozialen Bereich praktisch dazu gezwungen wäre und auch diejenigen austreten würden, die damit ohnehin nichts am Hut haben und nur noch auf dem Papier der Kirche angehören, würde es noch weitaus schlimmer dort aussehen…

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