Persönlich, praktisch, präzise – Ein Jahr als Metallbauer in Ruanda

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Dominik Unterbauer bastelt an einer Öl-Tonne, die er zu einem Regal umbaut

Bildquelle: Bistum trier

TRIER/IGEL. Erst kommt die Idee. Dann spinnt Dominik Unterrainer sie weiter. „Ich nehme mir viel Zeit dafür“, sagt der 23-Jährige aus Igel bei Trier. Und am Ende steht etwas, auf das er in der Regel zufrieden blicken kann. So macht es der ausgebildete Metallbauer, wenn er sich wieder ein handwerkliches Projekt vornimmt – derzeit baut er etwa aus einer Öl-Tonne ein Regal. Und so hat er es auch gemacht mit seiner Entscheidung für ein Jahr nach Ruanda zu gehen. Anfang August fliegt der junge Mann in das ostafrikanische Land, begleitet von den Sozialen Friedensdiensten im Ausland (SoFiA) im Bistum Trier. Dort wird er mit Kindern und Jugendlichen in einem sozialen Projekt, dem Don Bosco Zentrum in Kigali, leben und seine Fähigkeiten so gut wie möglich einbringen.

Dabei ist ihm wichtig zu betonen, dass er den Freiwilligendienst nicht als „Helfen“ versteht. Es sei ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Von Freunden erfuhr er noch während seiner Ausbildung von dem Trierer Verein „handwerk hilft“, die mit dem Don Bosco Zentrum zusammenarbeiten und darüber auch junge Leute in Ruanda bei ihrer handwerklichen Ausbildung unterstützen. „Das klang interessant“, berichtet der junge Mann ganz bedacht. Und so flog er im September für zehn Tage mit dem Verein nach Ruanda, in dasselbe Projekt, wo er bald seinen Freiwilligendienst leisten wird. Dort bauten sie damals Schreibtischstühle. Und Unterrainer musste feststellen: „Die konnte ich nicht nachbauen.“ Denn er sei es gewohnt gewesen, mit präzisen Maschinen zu arbeiten. „Es hat mich gereizt zu lernen, etwas auch mit einfachen Mitteln genauso gut herzustellen.“ Und dann war die Idee da, die langsam Form annahm.

Unterrainer erfuhr von der Organisation SoFiA, bewarb sich, wurde genommen. Er nahm teil an zahlreichen Vorbereitungsseminaren, und machte einen Sprachkurs in Kinyarwanda. Auch während seines Aufenthaltes steht die Organisation ihm immer als Ansprechpartner zur Verfügung, und begleitet ihn auch nach der Rückkehr. „Das ist gut und wichtig“, sagt Unterrainer. Es sei persönlich, praktisch und gebe auch ein Gefühl der Sicherheit. „Ich fühle mich sehr gut aufgehoben.“

Dass er nach seiner Ausbildung erstmal für ein Jahr ins Ausland geht, hält Unterrainer nicht für etwas sehr besonderes. „Zwei Leute aus meinem Jahrgang gehen auf die Walz. Ich gehe nach Ruanda.“ Familie und Freunde unterstützen ihn. Nur wenige Leute im Bekanntenkreis sagen: „Willst du nicht mal Studieren? Oder Arbeiten?“ Dann sagt er: „Das kann ich auch später noch.“ Denn für ihn ist das Jahr in Ruanda auch Bildung. „Ich werde sicher viel für mein Leben lernen.“ Dominik Unterrainer geht Dinge gerne praktisch an. Und so macht er es auch mit seiner Reise. Hin und wieder macht er sich Notizen, was er einpacken müsse. Kleidung und Dokumente. Das Werkzeug bleibt zuhause. Das kann er vor Ort nutzen, wenn er mit den Jugendlichen in Ausbildung arbeitet. Seine Tanzschritte, der er vielleicht beim Freizeitprogramm im Don Bosco Center einbringen wird, hat er im Kopf. Viel werde er in Ruanda nicht brauchen. „Ich freue mich, dass ich einmal eingeschränkt bin mit meinem Mitteln.“ Er möchte einfach Neues entdecken. Dazu brauche er nicht viel. Und so wurde aus der Idee ein konkreter Plan. Unterrainer ist zufrieden und freut sich auf seine Zeit in Ruanda.

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