„Abwechslungsreiches Motorsport-Spektakel“

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Bildquelle: ADAC Motorsport

MÜNCHEN/TRIER. Die ADAC Rallye Deutschland rückt näher: Nur noch wenige Wochen, dann werden die besten Rallye-Piloten der Welt in Trier gastieren und die Fans mit ihrem spektakulären Können begeistern. Um Sébastien Ogier und den anderen WRC-Stars die gewohnt perfekte Bühne zu bereiten, ist das Organisationsteam rund um Rallye-Leiter Alfred Rommelfanger im Dauereinsatz. Der 60-Jährige trägt in diesem Jahr zum vierten Mal die Verantwortung für die Großveranstaltung. Seitdem konnte jedes Jahr ein anderer Hersteller den deutschen Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft gewinnen – eine Begebenheit, über die sich Rommelfanger freut. Sein Credo: Abwechslung gehört zur ADAC Rallye Deutschland. Im Interview spricht er über die Vorbereitungen, Neuerungen und Highlights der ADAC Rallye Deutschland 2016.

Herr Rommelfanger, wie laufen die Vorbereitungen?
Alfred Rommelfanger: „Die wichtigsten Vorarbeiten sind nahezu abgeschlossen. Das heißt aber nicht, dass es nichts mehr zu tun gibt – im Gegenteil. Die letzten offenen Punkte werden gerade noch geklärt. Aber es ist alles im grünen Bereich und die Fans der ADAC Rallye Deutschland dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Motorsport-Spektakel freuen.“

Sie sind im vierten Jahr der Leiter der ADAC Rallye Deutschland, gibt es in der Vorbereitung und Planung bereits eine gewisse Routine?
Alfred Rommelfanger: „Einerseits hat man aufgrund der Erfahrung natürlich eine gewisse Routine, was die Organisation der Abläufe betrifft. Auf der anderen Seite fahren wir ja nicht jedes Jahr die gleiche Rallye. Es gibt viele Streckenänderungen und immer wieder neue Wertungsprüfungen oder andere neue Highlights. Diese permanente Abwechslung stellt uns jedes Jahr vor neue Herausforderungen, ist zugleich aber auch eine unglaublich schöne Motivation.“

Was ist alljährlich die größte Herausforderung bei der Planung der ADAC Rallye Deutschland?
Alfred Rommelfanger: „In erster Linie das Sicherheitskonzept. Gemeinsam mit der Polizei und den Genehmigungsbehörden haben wir in den vergangenen Jahren ein Sicherheitskonzept entwickelt, das weltweit große Anerkennung findet. Dazu gehört auch der maximale Schutz für die Fahrer. Wir müssen dabei auch dem Umstand gerecht werden, dass die WRC-Boliden über die Jahre hinweg immer schneller werden. Das heißt für uns Planer, dass wir immer wieder Streckenanpassungen vornehmen müssen. Im Extremfall muss man auch bereit sein, zugunsten der Sicherheit ganz auf eine Wertungsprüfung zu verzichten. Die Sicherheit von Fahrern und Zuschauern hat bei der ADAC Rallye Deutschland immer Vorfahrt.“

Wann haben die Vorbereitungen und Planungen für die ADAC Rallye Deutschland begonnen?
Alfred Rommelfanger: „Das lässt sich im Grunde gar nicht so genau beantworten. Bestimmte Ideen hat man ja zum Teil schon weit im Vorfeld. Dinge, die man irgendwann einmal umsetzen möchte, die sich dann aber vielleicht erst bei der übernächsten Rallye oder später realisieren lassen. Mit den ganz konkreten Planungen für eine ADAC Rallye Deutschland beginnen wir mehr oder weniger direkt im Anschluss an eine Veranstaltung. Spätestens vier Wochen nachdem wir an der Porta Nigra die Sieger gefeiert haben, sind wir schon voll mit dem nächsten deutschen WM-Lauf beschäftigt.“

Was sind die wichtigsten Aufgaben, die jetzt noch vor Ihnen und dem Organisationsteam liegen?
Alfred Rommelfanger: „Jetzt, sechs Wochen vor der ADAC Rallye Deutschland, geht es im Wesentlichen noch um Feinabstimmungen. Dazu gehört beispielsweise die Personalplanung für die Streckensicherung und Zuschauerlenkung. Wir haben hier wieder rund 3.000 ehrenamtliche Helfer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland im Einsatz. Das ist eine große Koordinationsaufgabe.“

Abwechslung gehört zum Konzept der ADAC Rallye Deutschland. Was sind die wichtigsten sportlichen Neuerungen 2016?
Alfred Rommelfanger: „Wir haben zahlreiche neue Passagen und Herausforderungen in den Streckenplan aufgenommen. Mit der Wertungsprüfung Ollmuth steht am frühen Freitagabend ein komplett neues Highlight auf dem Programm – ein knackiger Rundkurs. Wir erwarten hier sehr viele Zuschauer, denn die Strecke liegt ganz in der Nähe von Trier und bietet wunderbare Naturtribünen für die Fans. Am Samstag ist die Wertungsprüfung Freisen-Westrich wieder dabei, die wir zuletzt 2010 im Streckenplan hatten. Zwischen Saarland und Pfalz geht es da durch eine sehr schnelle Mittelgebirgslandschaft, ehe das Panzerplatten-Spektakel ansteht. Am Schlusstag haben wir mit der Wertungsprüfung Sauertal nahe der luxemburgischen Grenze eine neue Power Stage. Hier fällt die Entscheidung über den Sieg bei der ADAC Rallye Deutschland.“

Worauf dürfen sich die Fans freuen, die zum Showstart an die Porta Nigra nach Trier kommen?
Alfred Rommelfanger: „Zunächst einmal kann ich den Fans nur raten, schon ein wenig früher in die Innenstadt von Trier zu kommen, denn schon vor der eigentlichen Startzeremonie am Abend findet auf dem Hauptmarkt wieder eine Autogrammstunde mit den WRC-Stars statt. Hier kann man Weltmeister Sébastien Ogier und seine Kollegen hautnah erleben. Danach geht es vor der prächtigen Kulisse der Porta Nigra weiter. Beim Showstart werden die Fahrer in umgekehrter Reihenfolge des WM-Standes über die Rampe fahren. Das heißt die Top-Stars sehen wir am Schluss, wenn auch die Illumination des Römertors voll zur Geltung kommt – ein großartiger Anblick!“

Die berühmt-berüchtigte Panzerplatte steht seit jeher für großes Rallye-Spektakel. Was bekommen die Fans 2016 auf dem Truppenübungsplatz Baumholder geboten? Steht das Rahmenprogramm schon?
Alfred Rommelfanger: „Auf der Panzerplatte wird es – wie im vergangenen Jahr – eine Sprintprüfung geben, die am Vormittag zweimal direkt hintereinander gefahren wird. Die Strecke ist dabei nahezu komplett einsehbar. Start und Ziel befinden sich direkt beim Hauptzuschauerpunkt, von dem die Fans auch einen guten Teil der langen Panzerplatten-Prüfung sehen können. Daneben dürfen sich die Besucher natürlich auf ein hochkarätiges Rahmenprogramm freuen. Die Details befinden sich derzeit noch in der Planung.“

2016 gibt es erstmals auch Tageskarten für die ADAC Rallye Deutschland im Vorverkauf. Welcher Tag ist Ihrer Meinung nach der spannendste?
Alfred Rommelfanger: „Die gesamte Veranstaltung ist spannend und hat ihre sportlichen Herausforderungen. Dabei besitzt jeder Tag auch seine eigenen Reize und Highlights. Die Wertungsprüfungen in den Weinbergen mit ihren unglaublich spitzen Kurven ebenso wie die Panzerplatte mit ihrer weltweit einzigartigen Arena-Atmosphäre. Am Schlusstag, wenn sich die Rallye entscheidet, ist ohnehin Hochspannung garantiert. Am besten man schaut sich wirklich alle Tage an.“

Ihr ultimativer Fan-Tipp: Welche Wertungsprüfung (WP) und welchen Zuschauerbereich würden Sie einem Rallye-Besucher besonders empfehlen, um den Reiz der ADAC Rallye Deutschland zu erleben?
Alfred Rommelfanger: „Bereits der Freitag mit den anspruchsvollen Weinbergprüfungen und den vielen tollen Zuschauerpunkten ist ein besonderer Tipp. Am Samstag bieten sich für jeden Fan die zwei Prüfungen im Saarland und natürlich die Panzerplatte an. Der Abschluss am Sonntag bietet mit zwei Prüfungen wiederum Action pur, wobei wir mit der WP Sauertal eine neue Power Stage erleben werden. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Von daher möchte ich gar keine bestimmte Wertungsprüfung oder einen Zuschauerbereich hervorheben.“

Sicherheit und Umweltschutz sind zwei Themen, die bei der ADAC Rallye Deutschland eine wichtige Rolle spielen. Was sollten Rallye-Fans beim Besuch einer Wertungsprüfungen diesbezüglich auf jeden Fall beachten?
Alfred Rommelfanger: „Wie schon erwähnt, hat Sicherheit bei der ADAC Rallye Deutschland oberste Priorität. Daher dürfen sich die Rallye-Fans auch nur auf den ausgeschilderten Wegen und in den ausgewiesenen Zuschauerbereichen aufhalten. Außerdem sind die Anweisungen der Sportwarte strikt zu beachten. In dem Zusammenhang möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass jeder Zuschauer ein Teil der Veranstaltung ist und eine Mitverantwortung für den Erfolg trägt. Darauf basiert auch unser Konzept zum Schutz der Umwelt. Die gesamte Veranstaltung wird von der ersten Planung an durch drei Umweltbeauftragte begleitet, die uns im Vorfeld beraten und während der ADAC Rallye Deutschland unterstützen.“

Seitdem Sie als Rallye-Leiter die Verantwortung bei der ADAC Rallye Deutschland übernommen haben, konnte jedes Jahr ein anderer Hersteller gewinnen. 2013 Citroën, 2014 Hyundai, 2015 Volkswagen. Haben Sie einen Tipp, wer 2016 ganz oben auf dem Podium steht?
Alfred Rommelfanger: „Nicht nur die Fußball-EM ist für Überraschungen gut. Wer weiß, vielleicht gibt es in diesem Jahr auch bei der ADAC Rallye Deutschland ein bunt gemischtes Siegerpodium. Abwechslung ist immer gut! Ich persönlich wünsche mir eine möglichst spannende Rallye, die vielleicht erst auf der Power Stage entschieden wird.“

Hand aufs Herz: Was ist größer – die Vorfreude auf die Rallye oder die Freude nach einer erfolgreichen Veranstaltung?
Alfred Rommelfanger: „Für mich als Rallye-Leiter überwiegt die Freude nach einer spannenden, gut besuchten und vor allem unfallfreien Veranstaltung.“

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