Rosen ins Bordell

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TRIER. Nach dem Erfolg des letzten Jahres wurden den Prostituierten in den Bordellen, Wohnungen, Bars und auf den Straßen anlässlich des Weltfrauentages Rosen durch die AIDS-Hilfe Trier e.V. und das Gesundheitsamt Trier-Saarburg überreicht.

Die Beratungsstelle für SexarbeiterInnen beim Gesundheitsamt in Trier und die AIDS-Hilfe Trier e.V. veranstalteten wiederholt eine Aktion, bei der sie Rosen, kleine Aufmerksamkeiten und Informationsmaterial an SexarbeiterInnen in Trier verteilten.

Sie überreichten 120 Rosen, die Blumenhändler zur Verfügung gestellt hatten. Besonders in den osteuropäischen Ländern wird die Blume als Zeichen für Gleichberechtigung und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen verschenkt. Die Sozialarbeiterinnen Tanja Zerfaß (Gesundheitsamt Trier-Saarburg) und Katja Sauer (AIDS-Hilfe Trier e.V.) drückten so ihren Respekt und ihre Wertschätzung gegenüber den Prostituierten aus. „Frauen, die sich prostituieren werden immer noch von der Gesellschaft ausgegrenzt und abgewertet. Dagegen wollten wir ein Zeichen setzen“, erläuterte Tanja Zerfaß.

Neben den Rosen wurden zusätzlich „Maritzen“ verschenkt. In Bulgarien und Rumänien, den Herkunftsländern des überwiegenden Teils der in Trier tätigen SexarbeiterInnen, ist es Tradition, dass man zum Weltfrauentag ein rot-weißes Armband an Ehefrau, Partnerin oder Freundin verschenkt – eine „Maritza“. Diese wird am linken Arm getragen und beschert der Frau Gesundheit für ein ganzes Jahr.

Die Reaktionen der Prostituierten waren überwältigend. Sie zeigten ein breites Spektrum an Emotionen, fühlten sich respektiert und waren offen für die aufsuchende Arbeit.

Viele Frauen wissen nicht, dass es eine Beratungsstelle für SexarbeiterInnen mit einem gynäkologischen Angebot beim Gesundheitsamt gibt. Dort können sie sich kostenlos, anonym und ohne Krankenversicherung sowohl im Rahmen der Vorsorge, als auch bei  akuten Beschwerden untersuchen lassen. „Es ist wichtig, dass die SexarbeiterInnen merken, dass sie nicht das letzte Segment der Gesellschaft sind“, so Katja Sauer von der AIDS-Hilfe e.V. in Trier. „Diese Frauen haben eine Stimme in der Öffentlichkeit verdient. Wir wollen nicht über die Frauen sprechen, sondern mit ihnen!“

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