Parteien zur Wahl: Thema Kultur, Bildung und Sport (1)

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Bildquelle: Berthold Werner/Fotomontage

TRIER. Die Landtagswahl steht vor der Tür. Wir haben für euch die Programme kurz zusammengestellt. Die gesamten Wahlprogramme können auf den Seiten der einzelnen Parteien in Vollständigkeit nachgelesen werden. Für den Inhalt der Programme sind ausschließlich die Parteien selbst verantwortlich. Die Reihenfolge der aufgeführten Parteien wurde zufällig gewählt.

CDU

Die Mehrzahl der Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz sind keine verpflichtenden Ganztagsschulen. Am Nachmittag findet kein Unterricht statt. Trotzdem ist die Teilnahme für alle Tage in der Woche verpflichtend. Die Konzeption der Ganztagsschule ist so starr, dass sie systematisch junge Menschen vom Vereinsleben fern hält. Ganztagsschule muss sich an den Bedürfnissen der Schüler und der Familien ausrichten. Die familiäre Förderung der Kinder kann durch die Ganztagsschule nicht ersetzt werden. Ehrenamtliche Tätigkeiten und das familiäre Leben befähigen zu Verantwortung im Zusammenleben mit anderen Menschen. Wo dies möglich ist, sollte es auch von der Bildungspolitik befördert werden.
Kultur ist ein Band zwischen den Menschen und damit ein zentraler Baustein für eine gelingende Integration. Kulturarbeit trägt zur Identifikation mit unserer Gesellschaft bei. Dieser Aspekt erlangt im Hinblick auf die Flüchtlingsströme immer größere Bedeutung. Die Kultur vermag, ähnlich wie der Sport, ein Wir-Gefühl zu erzeugen und Abgrenzung entgegen zu wirken. Kultur fördert ebenso die Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat. Lebendige Kultur ist Ausdruck der Seele einer Region. Deshalb legen wir einen Schwerpunkt auf die Gestaltung und Entwicklung der Kulturvor Ort. Kulturpolitik ist für uns kein behördlicher Akt von oben, sondern das Ergebnis eines offenen und transparenten Prozesses. Eine fachliche Einbindung der kulturellen Verbände, wie des Landesmusikrates, des Landesverbandes professioneller freier Theater oder des Berufsverbandes Bildender Künstler führen zu mehr Qualität und Professionalität.
Es wird den Kommunen ermöglicht, Kunst und Kultur angemessen zu fördern, ein Kulturkonvent einberufen und im Dialog mit allen Akteuren der Kultur werden neue Impulse für die Strukturen der Kulturförderung gesetzt. Unser Ziel: Mehr Freiheit, mehr Profil, mehr Beteiligung, mehr Eigenverantwortung!

FDP

Schauen wir nach vorn. Beginnen wir mit frühkindlicher Bildung statt frühkindlicher Aufbewahrung – und entwickeln wir ein Bildungskonzept, das schon mit drei Jahren beginnt. Hier soll kein Kind lernen müssen – aber lernen dürfen. Inklusion und Integration in die Gesellschaft von morgen beginnt bei den Jüngsten von heute. Unser größtes Anliegen sind die besten Chancen für Ihre Kinder!
Das gilt aber auch für deren weiteren Bildungsweg. Für uns ist es wichtig, dass jeder Mensch den seiner Begabung entsprechenden Weg gehen kann. Wir wollen deshalb, dass ein Meister genauso viel wert ist wie ein Master! Egal, welche Ausbildung man später aber wählt – sie soll kostenlos bleiben. Helfen wir unseren Talenten, den Weg zu gehen, der ihr Leben reicher macht. Für ein chancenreiches Rheinland-Pfalz.

Die Einheit

Die deutsche Kultur – in ihrer facettenreichen, regionalen Ausprägung – ist unsere Leitkultur. Die kulturelle Vielfältigkeit dient der Bereicherung und nicht als Ersatz für vorhandene Traditionen. Deshalb soll unsere Kultur insbesondere über die Sprache gepflegt werden. Der Erwerb der deutschen Sprache sehen wir deshalb eine verpflichtende Aufgabe für alle in Deutschland langfristig lebenden Menschen. Kultur und Kunst gehören zu unserem Leben. Sie sind Ausgleich und Bereicherung des Alltags und führen die Menschen zusammen. Sie stärken unsere Kreativität und Innovationskraft. Sie sind daher unverzichtbar und von herausragender Bedeutung. Der Kunstgenuss und die eigene künstlerische Betätigung sollten jedem offen stehen. Wie in manch anderen Staaten fordern wir freien Eintritt zu Museen und Orte der kreativen Entfaltung für die Jugend. Das Erscheinungsbild der deutschen Städte, Dörfer sowie der Kulturlandschaft ist das Ergebnis einer Jahrtausend langen Entwicklung. Wir sehen uns in der Pflicht dieses Bild und dieses Erbe zu bewahren. Dazu gehört ohne Zweifel auch die christliche Prägung der Siedlungen. Elemente anderer Kulturen können behutsam und harmonisch in dieses traditionelle Gefüge eingeführt werden – nicht als Herausforderung für die existierenden architektonischen Ensembles, sondern als ihre logische Erweiterung und Bereicherung. Der Baukultur ist mehr Aufmerksamkeit zu schenken als es vielfach der Fall ist.

Der dritte Weg

Zur Beibehaltung der nationalen Identität des deutschen Volkes sind die Überfremdung Deutschlands und der anhaltende Asylmißbrauch umgehend zu stoppen. Kriminelle sowie dauerhaft erwerbslose Ausländer sind aus Deutschland stufenweise auszuweisen

Die LINKE

Rheinland-Pfalz ist ein traditionsreiches Bundesland mit einer lebendigen und bewegten kulturellen Szene. Aus Theatern, Museen und Bibliotheken sowie zahlreichen freien Projekten entsteht eine unverwechselbare Vielfalt, die nicht nur einen wichtigen touristischen Faktor darstellt, sondern auch eine wertvolle Grundlage des öffentlichen Lebens bildet. Doch diese ist im Angesicht der Sparpolitik des Kommunalen Entschuldungsfonds fundamental gefährdet, da Kommunen dazu neigen, Haushaltsengpässe durch den Abbau von kulturellen Angeboten zu kompensieren. Diesem kulturellen Kahlschlag stellt sich DIE LINKE entschieden entgegen und fordert stattdessen den Erhalt und Ausbau kultureller Institutionen, eine gute Bezahlung für alle künstlerisch Beschäftigten, sowie der Förderung der freien Szene. Darüber hinaus muss Kultur für jeden gleichermaßen zugänglich sein, weshalb wir uns einsetzen für kostenlosen Zugang zu kulturellen Angeboten für Kinder- und Jugendliche, Seniorinnen und Senioren, Asylsuchende sowie Empfänger von Transferleistungen.
Als integraler Bestandteil des öffentlichen Lebens ist auch der Breiten- und Freizeitsport einer der großen Stützpfeiler unserer Gesellschaft. Daher setzt die LINKE sich dafür ein, dass er in seiner Vielfalt erhalten und zusätzlich gefördert wird. Dazu gehören unter anderem der Erhalt und Ausbau von öffentlichen Schwimmbädern und Sportstätten sowie die Förderung gemeinnütziger Sportvereine, denn nicht wenige Profikarrieren begannen in kleinen lokalen Sportvereinen. Darüber hinaus setzen wir uns ein für verbesserte und nicht kommerzielle Sport- und Bewegungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung, Seniorinnen und Senioren sowie Kindern und Jugendlichen. Außerdem fordern wir eine Erhöhung der Übungsleiterpauschale, um das sportliche Ehrenamt in den Vereinen attraktiver zu machen.

ALFA

Kulturpolitik macht die Kernkompetenz der Länder aus. Wir treten dafür ein, Kulturpolitik regional zu verankern und unter Einschluss von nichtstaatlichen Trägern wie Vereinen, Verbänden, Kirchen und Stiftungen zu gestalten. Bürgerliches Eigenengagement, das sich in vielfältigen freien Kulturinitiativen ausdrücken kann und Zeichen einer offenen und freien Gesellschaft ist, wollen wir fördern. Dazu gehört auch die Förderung regionalen Brauchtums. Wir fordern, auch der Heimatpflege angemessenen Raum zu geben und dies bereits unseren Kindern in der Schule zu vermitteln. Die deutsche Sprache und ihre Dialekte sowie regionale Sprachen wie das Niederdeutsche, Friesische, Sorbische und Alemannische sind als unverwechselbarer Ausdruck unserer Identität zu erhalten und zu pflegen. Dies betrifft auch den Vollzug der Entscheidung für die deutsche Sprache als Amtssprache der Europäischen Union.

ÖDP

Die ÖDP legt einen besonderen Wert auf die Unterstützung der Familien, weil sie in vielen Bereichen unserer Gesellschaft benachteiligt wird. Familienarbeit in Erziehung und Pflege muss daher durch ein sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt anerkannt und der Erwerbsarbeit gleichgestellt werden. Kinder, Jugendliche und alte Menschen müssen besonders individuell und in kleinen Gruppen gefördert, erzogen und gepflegt werden. Daher fordert die ÖDP beispielsweise wohnortnahe Schulen, kleinere Klassen und mehr Personal an Schulen.
Rheinland-Pfalz ist ein beliebtes touristisches Ziel, daher gilt es um so mehr aus Sicht der ÖDP die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen! Das Zusammenleben der Menschen ist geprägt von kulturellen Traditionen. Darunter sind nicht nur Sprache, Literatur, Essgewohnheiten oder Brauchtum zu verstehen, sondern die Bildung junger und erwachsener Menschen und deren gesellschaftliches Engagement als Gegenpol zu Verwahrlosung oder Sucht in einer zunehmend medial geprägten Gesellschaft.

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