CDU-Betonträume auf Kosten von Umwelt und Mobilität

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Eine eindeutige Meinung zum Moselaufstieg.

Bildquelle: Bündnis 90/Die Grünen

TRIER. Zur aktuellen Wahlwerbung der CDU mit Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn („Rot-Grün staut“ – „Moselaufstieg jetzt!“) erklärt Thorsten Kretzer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion und Direktkandidat der Trierer Grünen zur Landtagswahl:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz haben erreicht, dass das Land weder Moselaufstieg noch Meulenwaldautobahn zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet hat. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, CSU, sollte den Plan längst vorlegen, hält ihn nun aber mit Blick auf die Landtagswahlen zurück. Wohlwissend, dass viele Betonträume der CDU-Parteifreunde – weil unfinanzierbar – nicht oder allenfalls unter ferner liefen drin stehen werden. Wenn die CDU jetzt mit sinnlosen Großprojekten Wahlkampf macht, arbeitet sie mit Spekulationen und täuscht ihre Wählerinnen und Wähler!
60 Millionen Euro soll allein der Moselaufstieg kosten, die Meulenwaldautobahn würde die öffentlichen Kassen um mehr als 300 Millionen Euro belasten. Den Kosten für die beiden Mega-Projekte stehen mehr als sieben Milliarden Euro entgegen, die dem Bund jährlich alleine zur Instandhaltung der vorhandenen Infrastruktur fehlen. Angesichts maroder und sanierungsbedürftiger Straßen und Brücken verbieten sich solche großen Prestigeprojekte. Nicht nur wegen der Kosten, sondern insbesondere wegen des großen ökologischen Schadens lehnen die Grünen die beiden Bauvorhaben ab. Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn zerstören unsere besondere Natur- und Kulturlandschaft und vernichten einen für Mensch und Tier bedeutsamen Lebensraum. Mehr als fragwürdig ist auch ihr Entlastungseffekt für Trier, da sie den dominierenden Kurzstreckenverkehr am Moselufer nicht aufnehmen und an anderer Stelle – Zewen/Igel – für Mehrbelastung sorgen.
Vielmehr müssen wir die tatsächlichen Bedarfe in den Blick nehmen und uns zukunftsorientierten Konzepten widmen. Eine mobile Gesellschaft braucht neue Wege, nicht immer neue Straßen. Dazu gehört ein vernünftiges Nahverkehrskonzept für die Stadt und die Region, genauso wie eine deutliche Verbesserung beim Radverkehr. Dazu gehört die inzwischen verbesserte Zuganbindung nach Luxemburg genauso wie die vom Land in Umsetzung befindliche  Reaktivierung der Weststrecke für den Personennahverkehr. Der für den Fernverkehr zuständige Bund unter Führung des CSU-Verkehrsministeriums hat hingegen kläglich versagt und Trier vom Fernverkehr abgehängt.

 

7 KOMMENTARE

  1. In Trier gibt es kein Konzept, halbherzige Lösungen wie die Umfahrung Ehrang Biewer die dann in Pallien auf einer maroden Stadtstrasse endet, wo bleibt die Nordbrücke die seit 50 Jahren in der Verwaltung und im Stadtrat herumgeistert , was wurde aus der Anbindung des Univiertels und der Jahr für Jahr neu ausgewiesenen Baugebiete dessen Verkehr sich weiter durch Kohlenstrasse und Aveler Tal quälen dürfen ?

    Stattdessen viel Geld für rudimentäre Fahrradpisten Busspuren für einen ÖPNV der teuer und nicht effektiv ist.

    Wo bleibt die Stadtbahn, da hat man nach dem ahltepunkt Ehrang wegen der Budgetüberschreitung jede weitere Ausführung gestoppt.
    Die Paulinstrasse eine jahrelange Baustellenpiste, der Ausbau der Ruwerer Strasse eine unendliche Geschichte

    Warum kommt kein Moselaufstieg ? notwendig wäre er wenn man Durchgangsverkehr aus dem Tal heraushalten möchte.

    Und dann kommen die Grünen und schwafeln von Umdenken, vielleicht sollte man mal vorstellen mit welchen Fortbewegungsmitteln sich die Herren Politiker fortbewegen da gibt es dann das Alibifahrrad in der Garage stehen dann andere Schätzchen versteckt .

    Heuchelei

  2. Vielleicht solltest Du mal selber ein Konzept vorlegen anstelle andere zu kritisieren. Wenn ich das schon lese, Moselaufstieg. Das ist ja wohl das Lieblingskind der Trierer Autofetischisten.
    Fakt ist: Wenn der Moselaufstieg kaeme, wuerden alle, die jetzt die Bitburger hochfahren, die Luxemburger Strasse Richtung Zewen nehmen, mit dem Erfolg, dass diese heillos überfüllt wäre, so wie jetzt die Bitburger. Höre schon die Rufe nach dem mehrspurigen Ausbau Richtung Igel. Bringen würde es überhaupt nichts, denn dann würde der INdividualverkehr ncoh mehr steigen.
    70% aller Autofahrten in Trier sind Fahrten unter 1km, weil der Trierer Durchschnittsbürger zu faul ist mal zu Fuss zu gehen.
    Allerdings muss man auch sagen: Der ÖPNV ist zu teuer, eine 10er-Karte für 10 EUR zb wäre eine tolle Sache und es fehlt tatsächlich ein übergreifendes Konzept. Doch mit dem Individualverkehr kann es so nciht weitergehen, die Trierer Luftqualität ist schon jetzt mehr als schlecht, vor allem in den heissen Sommermonaten.

    • Der Moselaufstieg ist auch der Abstieg für die vielen Pendler und Trier Besucher die sonst die Bitburger runter stauen und dann noch durch die ganze Talstadt fahren müssen, da braucht man sich zu Stosszeiten nur den Brückenkopf der kaiser Wilhelm Brücke anzuschauen.

      Verkehrslenkende Massnahmen sind durch Einbahnstrassen ganz gut zu regeln z.b die Saarstrasse nur stadtauswärts .

      Wieso ist trier eine Autostadt? Na weil man noch bis ins letzte Jahrzehnt PArkhäuser mit Riesenkapazitäten an den Stadtring hat bauen müssen anstatt Parkhäuser vor der Stadt und einen effektiveren ÖPNV, warum wurde die Ruwertalbahn abgebaut ? die Moselbahn heute wäre man froh so etwas in ein Stadtbahnkonzept integrieren zu können in Trier wurde meiner Meinung nach alles was den ÖPNV betrifft falsch gemacht.

      • Na ob sie sich jetzt die Bitburger oder den Moselauf- respektive abstieg runterstauen macht keinen grossen Unterschied. Angeblich hätte ja auch der zweispurige Ausbau der Bitburger was bringen sollen, hat aber anscheinend auch nichts gebracht. Und was die Ruwertalbahn angeht: Stimmt, die ist nciht mehr da, die Weststrecke aber schon, aber da regen sich die Eurener, Palliener,… fast haette ich gesagt Hinterwäldler auf, weil ja angeblich keiner damit fahren will und sie nur den Lärm haben. die Argumente die bei der Bürgerversammlung in Euren gegen die Wiedereröffnung vorgetragen wurden waren zum TEil haarsträubend, zb: “ Eine Wiedereröffnung für den Personenverkehr bringt mehr Güterzüge“, keiner will mit dem Zug von Euren nach Pallien fahren“ Da ist es doch besser man bleibt in seiner dörflichen Beschaulichkeit unter sich, nur nix neues was uns mit der grossen weiten Welt verbindet. In 18 Jahren gehe ich in Rente, da ist die Weststrecke wahrscheinlich immer noch nicht eröffnet.

  3. Jetzt musste ich aber echt mal grinsen, als ich das hier gelesen habe. Warum? Ich erinnere mich einfach 5 Jahre zurück. Da haben die Grünen nicht wirklich was vom Hochmoselübergang gehalten. Ja, abgelehnt haben sie den. Und? Genau die Grünen haben dann, um sich die Macht zu sichern, mal kurzerhand diesem Mega-Projekt zugestimmt und den Betontraum von König Kurt wahr gemacht. Kosten: Mindestens 456 Mio EUR. Ganz große Leistung… Sie können nichts mehr versprechen, da sie ihre Glaubwürdigkeit längst verloren haben.

  4. Ja genau Herr Fritzen, so ist das in der Politik wenn man die MAcht vor Augen sieht lässt man seine Grundsätze gerne mal fallen da sind die Grünen nicht die einzgen und ersten.
    Schon Konrad Adenauer sagte “ Was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an “ in diesem Sinne bin ich mal gespannt falls sich in RLPF die Groko etablieren sollte nach der Wahl dann wird der Kuchen gemeinsam aufgeteilt das Volk dient da nur zum wählen danach ist wieder 5 Jahre Ruhe zum Verteilen.

  5. Zitat: Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn zerstören unsere besondere Natur- und Kulturlandschaft und vernichten einen für Mensch und Tier bedeutsamen Lebensraum.
    Vor ca. zehn Jahren wurde der „bedeutsame Lebensraum“ mit Öffnung der Umgehung Biewer für hunderte/tausende Anwohner entlang der Weststrecke vernichtet ! LKW’s rasen mit 70 km/h nachts durch die westlichen Stadtteile mit ihren maroden Straßen. Warum nur nachts ? Weil das Verkehrsaufkommen es am Tag nicht zulässt, der Lärmpegel aber selbst dann unerträglich ist und der Abgas-Ausstoss der im Stau stehenden Fahrzeuge exponenzial ansteigt !
    Dass die Reaktivierung der Westtrasse das Problem löst bzw. relativiert, kann ich nur als rosa-grüne Traumtänzerei bezeichnen.

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