Enge Beziehungen der Bundeswehr zu Kitas und Jugendhilfe

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Katrin Werner, Mitglied der Linksfraktion im Deutschen Bundestag.

RLP.Nicht nur in Schulen wirbt die Bundeswehr für ihren Nachwuchs, sie unterhält auch enge Beziehungen zu Kindertagesstätten und Kindergärten. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der LINKEN im Bundestag hervor. Die Bundeswehr hat demnach ihr Engagement in den letzten Jahren massiv ausgebaut. An Dutzenden Standorten existieren enge Beziehungen zwischen Bundeswehr und Kinder- und Jugendeinrichtungen. Auch Standorte in Rheinland-Pfalz finden sich in der Auflistung.

Viermal jährlich besuchen verschiedene Kitas und Kindergärten aus der Region den Fliegerhorst Cochem-Büchel. Dieser ist bundesweit bekannt, weil dort bis zu 20 amerikanische Atombomben stationiert sein sollen. Der Kindergarten Binningen ist darüber hinaus regelmäßig zur Zahnpflege beim Bundeswehrzahnarzt. Es handelt sich dabei um Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren. Auch Gruppen der Jugendfeuerwehren mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 17 Jahren sind etwa viermal jährlich zu Besuch am Fliegerhorst. In Daun gibt es ähnliche Beziehungen. Die KiTa St. Nikolaus und das Haus der Jugend sind mit Waffelbacken und Gesangsvortrag am Standort-Weihnachtsmarkt beteiligt.

„Mit den Aktivitäten vor Ort will die Bundeswehr ihr Ansehen und das des soldatischen Dienstes in der Bevölkerung steigern. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage hervor. Kinder- und Jugendliche werden so schon früh an die Armee und den Dienst an der Waffe gewöhnt. Ihnen wird suggeriert, dass Waffen und kriegerische Auseinandersetzungen legitime Mittel zur Konfliktlösung sind. Das Gegenteil ist richtig: Kriege bringen Tod, Leid und Zerstörung und zwingen Abertausende von Menschen in die Flucht. Kinder- und Jugendliche müssen lernen wie sie Konflikte gewaltfrei lösen. Die Bundeswehr muss daher sämtliche Aktivitäten im Bereich der Kita, Schule sowie der Kinder- und Jugendhilfe umgehend beenden. Die Linke appelliert an die Soldatinnen und Soldaten ihr Engagement außerhalb der Bundeswehr fortzusetzen.“

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