Möglicher „Brexit“ – Risiko auch für rheinland-pfälzische Wirtschaft

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Bildquelle: pixabay

RHEINLAND-PFALZ. Großbritanniens Premierminister David Cameron droht mit dem Austritt seines Landes aus der Europäischen Union. Aktuell werden beim EU-Gipfel britische Sonderwünsche verhandelt, die den so genannten „Brexit“ verhindern sollen. Die Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Ausstrahlung eines „Brexits“ für den gesamten EU-Markt nicht kalkulierbar ist und dieser neben allen globalen Herausforderungen einen weiteren Unsicherheitsfaktor für die rheinland-pfälzischen Firmen bedeuten würde.

Karina Szwede aus dem Kompetenzteam International der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz erläutert die möglichen Folgen für die heimische Wirtschaft: „Für die rheinland-pfälzischen Unternehmen wäre ein wichtiges Exportland außerhalb des Binnenmarktes zunächst einmal ein Kostenfaktor. Die Unternehmen müssten mögliche Zölle oder andere Standards auf dem britischen Markt in ihre Kalkulation mit einbeziehen.“

Sollte Großbritannien den Binnenmarkt verlassen, so Szwede weiter, müssten die Unternehmen wieder Zölle entrichten, und Großbritannien müsste neue Abkommen mit den EU-Ländern verhandeln.

Blickt man auf die aktuellen Zahlen zum Handel zwischen Rheinland-Pfalz und Großbritannien, so ist im Zeitraum Januar bis November 2015 ein Zuwachs beim Export zu erkennen. Waren im Wert von rund 3,2 Milliarden Euro wurden aus Rheinland-Pfalz nach Großbritannien geliefert – was im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum einen Anstieg von 3,2 Prozent bedeutet. Mit einem Anteil von 6,7 Prozent an den Gesamtausfuhren belegt Großbritannien den vierten Platz – nach Frankreich, den USA und den Niederlanden, den wichtigsten Bestimmungsländern der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. In umgekehrter Richtung wurden Waren im Wert von rund 1,1Milliarden Euro aus Großbritannien nach Rheinland-Pfalz eingeführt, damit belegt das Königreich den zehnten Platz mit einem Anteil von 3,6 Prozent an den gesamten Importen.

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