Asienexperten diskutierten über die Zukunft Taiwans

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Hermann Halbeisen, Thomas Weyrauch, Dirk Schmidt

Bildquelle: Yakup Özkardes

TRIER. Am 16. Januar 2016 fanden in Taiwan Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt und brachten eine klare Siegerin hervor: Tsai Ying-wen und ihre China-kritische Demokratische Fortschrittspartei (Democratic Progressive Party, DPP). Grund genug dass drei Asienexperten über das Wahlergebnis diskutierte: Dr. Hermann Halbeisen von der Universität Köln, Dr. Dirk Schmidt von der Universität Trier und Dr. Thomas Weyrauch aus Gießen referierten an der Universität Trier über das Wahlergebnis in Taiwan.

Wahlergebnisse der Präsident- und Parlamentswahl in Taiwan
Dirk Schmidt gab zunächst einen kurzen Überblick über das Wahlergebnis vom 16. Januar. Die Kandidatin der Fortschrittspartei (DPP), Tsai Ing-wen, hat die Präsidentenwahl mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Ihr Herausforderer Eric Chu von der Kuomintang (KMT) lag weit hinter Tsai Ing-wen zurück. Nicht nur in der Präsidentschaftsfrage gewann die DPP sondern auch in der Verteilung der Sitze im Parlament. Die DPP besitzt nun die absolute Mehrheit im Parlament, was die Verabschiedung von Gesetzen für die DPP vereinfacht. (Mehr Details von Dirk Schmidt zur Wahl im MERICS Kommentar: bit.ly/1PzdLjW )

Taiwan – eine gelebte Demokratie
Thomas Weyrauch gab anschließend Einblick in die Innenpolitik von Taiwan. Mit 293 eingetragenen Parteien und einem hohen Anteil der Bevölkerung in politischen Parteien (6% der Bevölkerung; im Gegensatz zu 2% in Deutschland) handelt es sich bei Taiwan um eine gelebte Demokratie. Auch das Wahlergebnis selbst mache, so Weyrauch, schon deutlich, dass es sich um eine stabile Demokratie handle. Es handelt sich nämlich bereits um den dritten Machtwechsel der in Taiwan stattfand.

Als eine Achillesferse von Taiwan bezeichnete Thomas Weyrauch die wirtschaftliche Abhängigkeit Taiwans gegenüber der Volksrepublik China doch machte gleichzeitig deutlich, dass auch andere Nachbarländer wirtschaftlich abhängig seien. Im Fall von Taiwan kommen die komplizierten politischen Konstellationen hinzu.
Volksrepublik China – Republik China – Komplizierte Beziehungen

Hermann Halbeisen gab als letzter Referent Einblick in dieses komplizierte Verhältnis zwischen der Volksrepublik und der Republik China (Taiwan). Das Grundproblem liegt darin, dass die Volksrepublik Taiwan als eine Provinz betrachtet und langfristig eine politische Wiedervereinigung beabsichtigt. Dem gegenüber steht jedoch die Republik China, die sich als eigenständig betrachtet. Diese Situation wird komplizierter, da viele wirtschaftliche Themen auch mit der Volksrepublik zusammenhängen wie z.B. der Handel mit der Volksrepublik. Mit der Wahl der DPP unter Tsai Ing-wen werde diese Beziehung nicht einfacher, denn ihre Partei steht für ein mehr unabhängigeres Taiwan.
Einig waren sich die Referenten über die anspruchsvollen Aufgaben die Tsai Ying-wen in den kommenden Monaten und Jahren erwartet.

Der Autor dieses Beitrages Ceyhun Yakup Özkardes der „Post aus Südchina“ veröffentlicht hat.

Anbei der Link zu einer kostenlosen Leseprobe: bit.ly/1SsoQ9d

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