125 Jahre Einsatz für soziale Gerechtigkeit

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Bildquelle: bistum trier

TRIER. Am 4. Mai 1891, vor 125 Jahren, ist die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Trier gegründet worden. Aus diesem Anlass hat KAB-Bundespräses Johannes Stein mit dem Diözesanverband am 4. Februar einen Gottesdienst im Trier Dom gefeiert.

Stein betonte, mit Blick auf die aktuellen wirtschaftlichen Schlagzeilen werde deutlich: „In 125 Jahren haben sich die Strukturen unseres Wirtschaftssystems und die sozialen Folgen nicht verändert.“ Nach wie vor sei die Verfügungsmacht über die Produktionsmittel „höchst ungerecht und unsozial verteilt“: Die 62 reichsten Menschen besäßen so viel wie die die 3,5 Milliarden Menschen am unteren Ende der Skala. Deshalb feiere die KAB das Gründungsgedenken nicht aus Nostalgie, sondern „um neu die Ärmel hochzukrempeln und aktiv zu werden“.

Man wolle die Dinge, die falsch laufen, beim Namen nennen und Widerstand leisten gegen die Zementierung der unsozialen Wirtschaftsstrukturen durch Handelsabkommen wie TTIP. Gleichzeitig wolle die KAB Alternativen aufzeigen wie zum Beispiel eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsweise oder das garantierte Grundeinkommen. Und schließlich gehe es darum, Gruppen zu bilden, in denen der Einzelne Rückhalt findet.

Für die Trierer Diözesanvorsitzende Ulla Weires bedeuten 125 Jahre KAB im Bistum Trier: „125 Jahre Einsatz für soziale Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit, 125 Jahre Selbsthilfebewegung, 125 Jahre Verbundenheit mit der katholischen Soziallehre“. Sie kündigte an, das Jubiläumsjahr mit verschiedenen Veranstaltungen zu feiern, etwa mit einem Fest am 21. Mai auf dem Domfreihof in Trier.

Am 4. Februar 1891 wurde in Trier ein katholischer Arbeiterverein gegründet. Ein Jahr zuvor waren im Deutschen Reich die Sozialistengesetze aufgehoben worden, wenige Wochen später erschien die erste Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ von Papst Leo XIII. Die katholische Kirche beobachtete die Gewerkschaftsgründungen mit Sorge und wollte mit den Arbeitervereinen eine Gegenbewegung schaffen. Heute pflegt die KAB nach eigener Aussage „eine sehr gute Zusammenarbeit“ mit den Gewerkschaften.

1905 wurde ein „Verband katholischer erwerbstätiger Frauen und Mädchen“ für die Diözese Trier gegründet. Ab 1938 wurde der Trierer Diözesanverband durch die Gestapo aufgelöst – die katholischen Arbeitervereine im Bistum Trier brachen zusammen. 1955/56 wurde die KAB im Bistum Trier neu aufgebaut. 1967 stellte die KAB in Trier erstmals eine Sekretärin für Frauenarbeit ein. Als erster Diözesanverband verankerte die KAB im Bistum Trier 1996 die paritätische Besetzung der Vorstandsämter mit Männern und Frauen auf allen Ebenen in ihren Satzungen. 1971 entstanden im saarländischen und rheinland-pfälzischen Teil des Bistums Bildungswerke der KAB, die später zusammengeführt wurden. 1987 wurde der Berufsverband der KAB gegründet. Heute bietet er mit der angeschlossenen Rechtsstelle für KAB-Mitglieder Rechtsberatung im Arbeits- und Sozialrecht an.

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