Bistums Trier: Haushalt erneut mit negativem Bilanzergebnis

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Bildquelle: Bistum Trier

TRIER. Erneut weist der Haushaltsplan des Bistums Trier für das Haushaltsjahr 2016 ein negatives Bilanzergebnis aus. Den Erträgen von knapp 405 Millionen Euro – davon 307 Millionen Euro aus Kirchensteuereinnahmen – stehen Aufwendungen von 427 Millionen entgegen. Dies gab das Bistum auf seiner jährlichen Haushaltspressekonferenz am 3. Februar in Trier bekannt. Der größte Ausgabeposten sind Zuschüsse an kirchliche Rechtsträger in Höhe von 175 Millionen Euro, gefolgt von knapp 158 Millionen Euro für Personal. Bei den Aufwendungen für kirchliche Rechtsträger machen die Personalkostenzuschüsse den größten Posten mit 40 Prozent aus (70,4 Millionen Euro).

Aufgeschlüsselt nach Aufgaben wendet das Bistum Trier knapp 161 Millionen Euro für die Seelsorge auf; das ist mit fast 38 Prozent der weitaus größte Anteil an den Ausgaben. 59,5 Millionen Euro fließen in die katholischen Schulen, 42 Millionen Euro in Kindertagesstätten und 21,3 Millionen Euro in die berufliche Bildung und die Erwachsenenbildung. Bei den Investitionen ist der Bau mit 5,7 Millionen Euro der größte Posten: 70 Prozent der Investitionen des Bistums gehen in den Bau, 20 Prozent – insgesamt 1,6 Millionen Euro – in die Hard- und Software.

Generalvikar Dr. Georg Bätzing sagte auf der Haushaltspressekonferenz: „Wir verzehren Rücklagen in der Voraussicht, diese in den kommenden Jahren nicht wieder entsprechend auffüllen zu können. Die finanziellen Spielräume werden damit geringer, und das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts muss uns mit allen Beteiligten sehr ernsthaft beschäftigen.“ Als Gründe für diese Entwicklung nannte Finanzdirektorin Kirsten Straus Risiken, die das Bistum weder vermeiden noch in ihrer Auswirkung signifikant beeinflussen könne: „Das Kirchensteueraufkommen aus Lohn-, Einkommens- und Kapitalertragssteuern, Clearingzahlungen zur Korrektur der Kirchensteuerzuordnung zu den Bistümern und Tarifsteigerungen.

Neu dazu kommen die Auswirkungen der niedrigen Zinsen: massiver Ergänzungsbedarf bei den Rück-stellungen für Pensionen, erhebliche Mehrkosten der Zusatzversorgung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine schwierige Ertragslage bei den Finanzanlagen des Bistums. Alten und neuen Risikofaktoren ist gemeinsam, dass ihr Ausmaß und dessen Schwankungsbreite bisher nicht dagewesene und damit auch kaum abschätzbare Größenordnungen angenommen haben“, so Kirsten Straus.

Die Finanzdirektorin wies darauf hin, dass die strategischen Planungen zur nachhaltigen finanziellen Ausrichtung des Bistums den Ergebnissen und Zielvorgaben der Synode folgen. Bis 2017 dürften die Umsetzungsplanungen zur Synode Konturen gewonnen haben und die zugehörigen Restrukturierungsaufwände sich bemerkbar machen. Die strukturellen Ausgabensenkungen werden jedoch erst mit zeitlichem Nachlauf wirksam werden können.

Im Hinblick auf die Anfang Mai 2016 zu Ende gehende Synode sagte Dr. Gundo Lames, Direktor Ziele und Entwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, es werde ein Schlussdokument geben, das Maßnahmen und Orientierung für die zukünftige Entwicklung der Kirche im Bistum Trier zur Umsetzung aufgibt. „Mit der Umsetzungsplanung stellen sich auch die Fragen, wie angesichts der negativ abschließenden Haushaltsplanung 2016 die Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Welche Ressourcen sind notwendig? Hier wird uns im Anschluss an die Synode die Frage nach einer planvollen Umwidmung bisheriger Aufgaben zugunsten der durch die Synode angeregten neuen oder zu optimierenden Aufgaben gestellt sein. Auch bei einem positiven operativen Geschäftsergebnis sind für diese Umsetzung die Ressourcen nur durch entsprechende Aufgabenverlagerungen oder sogar dem Verabschieden von Aufgaben zu erwirtschaften“, betonte Lames.

Er stellte auf der Haushaltspressekonferenz zum dritten Mal den Geschäftsbericht vor, der die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung des Bistums und des Bischöflichen Stuhls ausweist. Im thematischen Teil des Geschäftsberichts geht es unter anderem um die Flüchtlingshilfe im Bistum Trier. Der Zustrom an Flüchtlingen war 2015 im Vergleich zu 2014 stark angestiegen und stellte das Willkommensnetz vor hohe Anforderungen, so Lames. „Viele Flüchtlinge brauchen neben den Fragen zur Unterbringung und Integrationsmaßnahmen wie Sprachkursen auch Hilfe zum Umgang mit den traumatisierenden Erlebnissen in ihrem Herkunftsland sowie auf ihrer Flucht. Es braucht eine versachlichende Debatte im Umgang mit den unterschiedlichen Flüchtlingsgruppen. Wir betrachten unser Engagement dazu sowie die konkrete Hilfeleistung als christlichen Auftrag, der uns sicherlich mittelfristig große Anstrengungen abverlangen wird.“

1 KOMMENTAR

  1. Die katholische Kirche ist ein internationales Unternehmen mit Gewinnabsichten, die staatliche Eintreibung der Kirchensteuer eine Frechheit und die Trennung von Kirche und Staat überfällig.

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