Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball

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Bildquelle: Fanprojekt Trier

TRIER. Fußball ist der Lieblingssport der Deutschen. Wenige wissen jedoch, dass ihm eine wichtige Tradition fast vollständig verloren gegangen ist: Die der zahlreichen jüdischen Fußballer, Trainer, Journalisten und Funktionäre, die den Fußball populär und zu dem gemacht haben, was er heute ist. Die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“ widmet sich diesem vergessenen Bereich und bringt die Fußballstars von einst zurück auf den Platz. „Kicker, Kämpfer und Legenden“ zeichnet die Karrieren und Lebenswege der großen Männer des jüdisch-deutschen Fußballs nach.

So zum Beispiel die von Kurt Landauer, dem jüdischen Präsidenten und dem jüdischen Trainer Richard „Little“ Dombi des FC Bayern München. Als sie 1932 zum ersten Mal den deutschen Meistertitel für ihren Verein errangen, wurden sie wie Helden gefeiert. Nur ein Jahr später endete ihre Karriere schlagartig: Die Nationalsozialisten veranlassten, dass jüdische Sportler, Trainer und Funktionäre aus den Vereinen ausgeschlossen wurden.
Walther Bensemann, der 1900 die ersten internationalen Spiele organisiert, bei der Gründung des DFB mitgewirkt und die Fußballzeitschrift „Der Kicker“ ins Leben gerufen hatte, wanderte daraufhin in die Schweiz aus. Ihr Schicksal teilten alle Juden in Deutschland, nicht nur Berufssportler, mit ihnen: Bis November 1938 durften Juden nur noch in jüdischen Vereinen spielen. Danach wurden alle Sportaktivitäten für sie verboten. Viele der jüdischen Sportler wurden danach in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Im Nachkriegsdeutschland gerieten ihre Leistungen für den deutschen Fußball mehr und mehr in Vergessenheit.

Mechanismen der Ausgrenzung

Unvergleichlich deutlich macht die Ausstellung die Mechanismen der planvollen Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen unter dem NS-Regime. „Kicker, Kämpfer und Legenden“ erweckt ein Bild der Geschichte des Fußballs zum Leben und regt gleichzeitig zur Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte an.

Die Ausstellung leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Erinnerung und Würdigung legendärer Fußballikonen, die so ihren verdienten Platz in der Historie einnehmen. Sie führt auch den Nationalsozialismus in seinem falsch verstandenen Deutschtum und seiner ganzen Absurdität vor.

Ausstellung:
Eröffnungsveranstaltung unter der Schirmherrschaft von Klaus Jensen
15.Februar 2016, 19.00 Uhr, VHS Trier, Domfreihof 1b, Trier

Ausstellung vom 15.Februar – 04.März 2016, Foyer der VHS Trier, Domfreihof 1b, Trier
Zusatzausstellung erstes Märzwochenende, Moselstadion Trier, während des Regionalligaspiels Eintracht Trier gegen TSG Hoffenheim II (genaue Terminierung des Spiels steht noch aus!)

Rahmenprogramm
Dokumentarfilm
„Liga Terezin – Die Geschichte einer Fußballliga im Konzentrationslager Theresienstadt“. Anschließend steht Regisseur Oded Breda für Fragen zur Verfügung.
22.Februar 2016, 19.00 Uhr, VHS Trier, Domfreihof 1 b, Trier

Vortrag
„Juden in Sportvereinen in der Region Trier“.
René Richtscheid M.A., Emil-Frank-Institut Wittlich
03.März 2016, 19.00 Uhr, VHS Trier, Domfreihof 1 b, Trier

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