Sicherheitskonzept für Fastnacht: Videoüberwachung und mehr Präsenz

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Bildquelle: Trier.de

TRIER. Gemeinsam mit dem Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe und der Kreisbeigeordneten Stephanie Nickels stellte Polizeipräsident Lothar Schömann das Sicherheitskonzept der Polizei für Fastnacht 2016 vor. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen unbeschwert Fastnacht feiern. Um dies zu gewährleisten haben wir gemeinsam mit den Kommunen ein ganzes Bündel von Maßnahmen vorgesehen“, sagte der Polizeipräsident.

Die Terroranschläge des vergangenen Jahres und die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten haben die Kriminalitätsangst in der Bevölkerung steigen lassen. „Umso mehr ist es unser Anspruch dem hohen Sicherheitsbedürfnis der Bürger gerecht zu werden,“ sagte Schömann.

Dazu hat die Polizei eine teilweise neue Sicherheitsarchitektur entworfen, die sich mit den Aufgaben der kommunalen Verantwortung verzahnt. Vorgesehen ist der Einsatz uniformierter und ziviler Polizeibeamter. Mobile Eingreifkräfte werden zur Sofortintervention an verschiedenen Stellen bereitgehalten. Erstmals stehen 20 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte für den Einsatz mit Bodycams bereit. An neuralgischen Orten sollen Videoüberwachungen eingerichtet werden und in den Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende werden uniformierte Polizeibeamte Flyer verteilen, in denen Flüchtlinge in verschiedenen Sprachen über die deutschen Fastnachtsbräuche und die Konsequenzen bei Rechtsverstößen informiert werden. „Wir werden Kriminalität an Fastnacht nicht völlig verhindern können,“ sagt Schömann, „deshalb liegt ein weiterer Schwerpunkt in einer qualifizierten Anzeigenaufnahme und der beweissicheren Strafverfolgung durch fachkundige Kriminalbeamte.“ All dies ist nur mit einem deutlich höheren Personalansatz zu stemmen, als er an bisherigen Fastnachtseinsätzen vorhanden war. An den beiden zentralen Veranstaltungen Weiberfastnacht und Rosenmontag in Trier werden jeweils nahezu 200 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte eingesetzt.

Neben diesen beiden Großveranstaltungen sind die Weiberfastnachtsveranstaltung in Wittlich und die Fastnachtsumzüge in Saarburg und verschiedenen Trierer Stadtteilen, die jeweils von einigen hundert Jecken besucht werden, von besonderer polizeilicher Relevanz. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer, regionaler Veranstaltungen, an den die Polizei präsent sein wird.

„Dem Schutz der Brauchtumsveranstaltungen sowie der friedlich und unbeschwert feiernden Veranstaltungsteilnehmer kommen höchste Bedeutung zu. Für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger werden bei unseren Dienststellen ausreichend Kräfte vorgehalten,“ sagt Schömann.

Das hohe Besucheraufkommen, der regelmäßig festzustellende Alkohol- und Drogenmissbrauch mit den damit verbundenen Exzessen, das Straftatenaufkommen insbesondere im Bereich der Gewalt- und Eigentumsdelikte sowie veranstaltungsbedingte Verkehrsbeeinträchtigungen sind die polizeilich besonders relevanten Lagefelder an Fastnacht. In diesem Jahr sind die deutschlandweit abstrakte Terrorgefahr und die aktuelle Flüchtlingslage weitere beachtliche Themen.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe: „Wir haben ein neues Thema in diesem Jahr. Aber 99,9 % der Flüchtlinge sind friedvoll. Wir haben in Trier keinen Krininalitätsschwerpunkt, brauchen daher auch keine Bürgerwehr, sondern haben gte Sicherheitskräfte. Ich gehe optimistisch in die Fastnachtszeit!“

Um bereits im Vorfeld Gefahren zu erkennen setzt die Polizei zivile und uniformierte Aufklärungsstreifen, die im Einsatzraum und an anderen relevanten Brennpunkten Informationen zur allgemeinen Lage, zu eventuellen Störergruppen und zum Verkehrsgeschehen erheben und weitermelden.

Gemeinsam mit den kommunalen Jugendämtern und in enger Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten wird die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen überwacht.

Mit einem hohen Einsatz an zivilen und uniformierten Beamten, darunter auch Mobilen Eingreifgruppen, ist die Polizei bei großen Fastnachtsveranstaltungen präsent.

In enger Zusammenarbeit mit den Kommunen werden Verkehrsmaßnahmen insbesondere an den Karnevalsumzügen durchgeführt.

Erstmals werden in Trier Bodycams eingesetzt. Diese Technik, die kürzlich von Staatsminister Roger Lewentz vorgestellt wurde, hat sowohl eine deeskalierende als auch präventive Wirkung und kann auch zur Beweissicherung im Rahmen der Strafverfolgung eingesetzt werden. 20 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Trier werden an dieser Technik ausgebildet.

Schließlich ist in Trier eine Überwachung bestimmter Örtlichkeiten mit Videokameras vorgesehen. Auf dem Hauptmarkt, im Bereich an der Trevirispassage auf dem Bahnhofsvorplatz und vor der Arena sollen Kameras stationiert werden. Auf dem Kornmarkt und im Bereich der Berufsbildenden Schulen ist der Einsatz mobiler Videoüberwachung geplant.

Darüber hinaus sollen allgemeine Informationen des Polizeipräsidiums Trier auch auf der facebook- Seite der Polizei Rheinland-Pfalz und dem Twitter-Account des Polizeipräsidiums Trier veröffentlicht werden.

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