Innovationspreis 2016 für Hoffmann Landmaschinen

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PIESPORT. Mit ihrem neu entwickelten Steillagenvollernter für Trauben hat die Carl Hoffmann Landmaschinen-Fachbetrieb GmbH aus Piesport den Innovationspreis Rheinland-Pfalz 2016 gewonnen. Das Unternehmen – einziger Preisträger aus der Region Trier – hat die Auszeichnung in der Kategorie „Handwerk“ erhalten. Wirtschaftsministerin Eveline Lemke zeichnete in Mainz am vergangenen Mittwoch sechs Unternehmen in fünf Kategorien aus.

Bei der neuartigen Maschine handelt es sich um ein Anbaugerät, das auf ein bestehendes Raupensystem aufgebaut wird. Es benötigt nur eine Fahrgasse und ist daher auch in Terrassenlagen einsatzfähig. Keine andere Maschine ist dazu in der Lage. „Besonders stolz sind wir darauf, weltweit die ersten zu sein, die ein derartiges Gerät entwickelt haben. Vor uns haben das schon andere versucht, allerdings ohne Erfolg“, sagt Geschäftsführer Peter Hoffmann und freut sich über die Anerkennung: „In den vergangenen drei Jahren haben wir viel Herzblut und finanzielles Engagement in die Entwicklung investiert. Umso glücklicher sind wir darüber, dass uns diese Innovation gelungen ist und unsere Arbeit nun mit dem Innovationspreis gewürdigt wird.“

Die Familie von Marcus und Peter Hoffmann hatte früher selbst Weinbau an der Mosel betrieben. Daher war den beiden Geschäftsführern des Landmaschinen-Fachbetriebs das entscheidende Problem nur allzu gut bekannt: Um eine sichere Ernte in Steilhängen bis zu 75 Prozent oder in Terrassenweinbergen bewältigen zu können, muss der Steillagenvollernter viel kompakter, robuster und vor allem leichter konzipiert sein als eine herkömmliche Maschine. Außerdem galt es, den Traubenverlust bei der Ernte zu reduzieren. Gleichzeitig musste sichergestellt werden, dass die Qualität der geernteten Trauben bei unterschiedlichen Rebsorten mit der Handlese vergleichbar ist. Frühere Entwicklungen waren hauptsächlich an diesen Vorgaben gescheitert – bis ein Team bei Hoffmann sich damit auseinandersetzte und diese Herausforderungen innerhalb von drei Jahren bewältigte.

Die Weinbauabteilung des Umweltministeriums und das Steillagenzentrum Bernkastel-Kues des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) äußerten sich sehr positiv über die Maschine. Der DLR hat deren technische Entwicklung begleitet und anschließend den Einsatz des innovativen Vollernters im Weinberg geprüft. Der DLR kam zum Ergebnis, dass er zum Erhalt der Steillagen beitragen kann. „Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Maschine wirtschaftlich arbeitet und das Lesegut von bester Qualität ist“, lautet die externe Bewertung. Weiter heißt es: „Qualifizierte Erntehelfer stehen in vielen Fällen nur bedingt zur Verfügung. Die Maschine kann hier Abhilfe schaffen. Pro Tag können etwa drei Hektar Rebfläche gelesen werden, ohne die Maschine müssten dafür etwa 60 bis 70 Erntehelfer eingesetzt werden.“ Von der Qualität des Leseguts ist Peter Hoffmann überzeugt: „Das DLR hat die so geernteten Trauben selbst zu Wein ausgebaut und ist mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden.“

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg wollen die Hoffmanns mit ihrer Innovation auch zum Erhalt der Steillagen und damit der Weinkulturlandschaft beitragen. Wenn ihre Erfindung sich bewährt, dürfte dies gelingen. Das sieht auch die Jury so. Die Preisrichter bewerteten die erfolgreiche Entwicklung als „große Innovation für den Steillagen-Weinbau.“ Und davon würde nicht nur die Mosel profitieren: Seit der Markteinführung im vergangenen August zählen auch Winzer aus Frankreich und Portugal zu den ersten Kunden. Wer den CH 500 ST erwerben möchte, muss sich jedoch vorerst gedulden, da das Modell in diesem Jahr bereits ausverkauft ist. „Damit der Markteintritt gut verläuft, soll die Maschine sich zunächst etablieren. Bestätigen sich die guten Ergebnisse weiterhin, geht der Vertrieb weiter“, kündigt Hoffmann an.

Innovationspreis Rheinland-Pfalz:
Der Innovationspreis wird gemeinsam vom Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung sowie den Arbeitsgemeinschaften der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern vergeben. Auf diese Weise sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen motiviert werden, innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln und am Markt und bei ihren Kunden einzuführen. Für die Preisträger ist der Gewinn des Innovationspreises Rheinland-Pfalz eine wertvolle Hilfe beim Marketing der Produkte, ein gutes Argument bei der Gewinnung von Fachkräften und eine Motivation für die Mitarbeiter.

Ministerin Lemke bezeichnete Innovationen bei der diesjährigen Preisverleihung als den „entscheidenden Schlüssel, um sich in dem intensiven globalen Wettbewerb behaupten zu können. Das sichert unseren Wohlstand und die Arbeitsplätze im Land. Die prämierten Unternehmen haben die Jury durch ihre Innovationskraft überzeugt und sind hervorragende Beispiele für die hohe Qualität, für die Made in Rheinland-Pfalz steht.“

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