Bewahrung deutsch-jüdischer Geschichte: Elmar Ittenbach aus Thalfang wird ausgezeichnet

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Der pensionierte Lehrer aus Thalfang, wird für sein Engagement zur Bewahrung deutsch-jüdischer Geschichte mit dem "Obermayer-Award" 2016 ausgezeichnet

Bildquelle: Elmar E. Ittenbach

THALFANG/BERLIN. Elmar Ittenbach, ein pensionierter Lehrer, der sich seit vielen Jahren für das aktive Gedenken an die jüdische Gemeinde von Thalfang einsetzt, wird mit dem „Obermayer German Jewish History Award“, einem deutsch-jüdischem Geschichtspreis, ausgezeichnet. Die Verleihung findet am 25. Januar im Abgeordnetenhaus von Berlin statt und ist Teil der Parlamentsveranstaltungen anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar.

In jedem Jahr werden fünf Obermayer Awards an nicht-jüdische Deutsche verliehen, die sich für die Dokumentation und Vermittlung der Geschichte jüdischer Gemeinden aus der Zeit vor dem Holocaust engagieren.

Elmar Ittenbach hat die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Thalfang detailliert recherchiert und dokumentiert. Darüber hinaus hat er eine Biographie über Rabbi Samuel Hirsch verfasst, der in Thalfang geboren wurde und eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Reformjudentums im 19. Jahrhundert spielte. Ittenbach half bei der Wiederherstellung von Grabsteinen auf dem jahrhundertealten jüdischen Friedhof des Ortes und initiierte die Verlegung von Stolpersteinen vor den Häusern ehemaliger jüdischer Mitbürger ebenso wie eine Gedenktafel am Standort der ehemaligen Synagoge. Neben dem Engagement für die Erinnerung an die Vergangenheit gilt die Auszeichnung insbesondere auch dem Aufbau von Beziehungen zu den Nachfahren von Juden, die aus der Stadt flohen oder im Holocaust ermordet wurden.
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Auf einer Pressekonferenz am 25. Januar um 11 Uhr werden die Preisträger im Berliner Abgeordnetenhaus den Medien vorgestellt. Die Preisverleihung, die auch Videopräsentationen zur Arbeit der Preisträger umfasst, findet um 18 Uhr ebenfalls im Abgeordnetenhaus statt. Die Verleihung ist Teil der Parlamentsveranstaltungen zum internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Ins Leben gerufen wurde der deutsch-jüdische Geschichtspreis von dem amerikanischen Unternehmer Arthur Obermayer, der am 10. Januar 2016 verstarb.

Träger der Preisverleihung ist die Obermayer Foundation; Co-Sponsoren sind das Abgeordnetenhaus von Berlin, das Leo Baeck Institute und GerSIG (German Jewish Special Interest Group of JewishGen), die führende weltweit aktive Internet-Organisation zur jüdischen Genealogie.

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