„Hells Angels“ auf der Anklagebank – Gerichtsprozess vertagt

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Bildquelle: florentine/pixelio.de

KOBLENZ. Der „Mammutprozess“ gegen neun „Hells Angels“ wurde gleich zum Prozessauftakt am heutigen Mittwoch vertagt. Ein Anwalt bemängelte eine zu späte Einsicht in die Ermittlungsakten. Erst gestern sei ihm diese gewährt worden.

Insgesamt neun Mitglieder des Rockerclubs „Hell´s Angels“ müssen sich ab heute vor dem Landgericht in Koblenz verantworten. Neben dem Vorwurf der Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffenrecht, werden den Rockern unter anderem Nötigung, Geiselnahme und räuberische Erpressung sowie die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Ziel des Verfahrens ist es vor allem die Gründung einer kriminellen Vereinigung nachzuweisen. Die Angeklagten sollen Mitglieder des Charters Bonn, mit Hauptsitz in Unterelsaff bei Neustadt/Wied, sein. Charter werden die jeweiligen Regionalgruppen des Clubs genannt. Im Laufe der vergangenen Jahre sollen sie dabei unter anderem im Großraum Bonn, Westerwald sowie im nördlichen Rheinland-Pfalz tätig gewesen sein.

Unter den Angeklagten befindet sich ebenfalls der Justiz in Koblenz bekannte „Höllenengel“, „Kalli“ B., der im Jahr 2010 einen Beamten des Sondereinsatzkommandos (SEK) erschoss. Als das SEK damals seine Villa duchsuchen und stürmen stürmen wollte, traf „Kalli“ einen Beamten mit einem Schuss durch seine Haustüre. Das Landgrericht Koblenz entschied damals auf Totschlag, wurde jedoch vom Bundesgerichtshof revidiert, welches im Revisionsprozes auf Notwehr entschied.

Der Prozess war ursprünglich auf 14 Verhandlungstage angesetzt und steht unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

1 KOMMENTAR

  1. Wieso denn Notwehr? Wovor wollte er sich denn verteidigen? Bzw. wer hat ihn da in dem Falle bedroht? Scheint mir eher so, dass es zum Glück das SEK war, was die Villa stürmen wollte. Wer weiss, wie viele sonst noch der Notwehr erlegen wären?

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